Heute ist der 25.05.2026 und ich sitze hier in Senftenberg, um über ein spannendes Projekt zu berichten, das in Kolkwitz, Brandenburg, aus den Startlöchern gehoben wird. Hier wird ein neues Gemeindehaus aus alten Betonplatten eines DDR-Wohnhauses errichtet – und das Ganze hat es wirklich in sich. Sechs Tonnen schwere Platten, die einst Wohnraum boten, werden nun zu einem Mehrzweckgebäude umfunktioniert. Einfach nur genial, oder?

Die Idee hinter diesem Reuse-Pilotprojekt ist nicht nur innovativ, sie bietet auch einen nachhaltigen Ansatz für das Bauwesen. Die Bauingenieurin Angelika Mettke, Professorin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, leitet das Ganze. Sie beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Wiederverwendung von Betonteilen. Mettke ist davon überzeugt, dass ungenutzte Plattenbauteile eine wertvolle Ressource darstellen. Eine Überzeugung, die sie auch in diesem Projekt eindrucksvoll umsetzt.

Ein Blick auf das Projekt

Die Betonplatten stammen aus einem umgestalteten Platten-Wohnbau in Großräschen, wo Teile des Gebäudes abgerissen wurden. Die Ingenieure vom Ingenieurbüro Peter Jähne aus Cottbus haben 88 dieser Betonteile ausgewählt, um das neue Gebäude an der Sportanlage Jahnstraße zu errichten. Einige dieser Platten sind etwa sechs Meter lang und wiegen bis zu 5,8 Tonnen. Das muss man sich mal vorstellen!

Die Finanzierung des Projekts beläuft sich auf 521.000 Euro, die aus Strukturstärkungsmitteln und dem europäischen Forschungsprojekt „Horizon 2020 – ReCreate“ stammen. Der Bürgermeister von Kolkwitz, Karsten Schreiber, bekam sogar einen symbolischen Scheck von Dr. Klaus Freytag, dem Lausitzbeauftragten des Ministerpräsidenten. Ein schöner Moment, der die Bedeutung des Projekts unterstreicht.

Ein Vorbild für die Zukunft

Das neue Gebäude soll nicht nur ein Treffpunkt für den Verein, den Ortsbeirat und Bildungs-, Kultur- und Sportangebote werden, es zeigt auch das enorme Potenzial von Materialien, die oft als Abfall betrachtet werden. Der selektive Rückbau, der hier angewandt wird, könnte als wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesehen werden. Ganz im Gegensatz zu Frankreich, wo Materialien vor großen Abrissen identifiziert werden – ein Modell, das wir uns vielleicht auch in Deutschland zu Herzen nehmen sollten.

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Interessanterweise verbrauchen Gebäude, die vor 1979 errichtet wurden, fünfmal mehr Energie als neuere Modelle. Da ist es doch nur logisch, dass Sanierung und Umnutzung dringend notwendig sind. Mettke unterstreicht die volkswirtschaftliche Sinnhaftigkeit dieser Weiternutzung und hinterfragt die Zerstörung von Beton. Schließlich könnte der ReUse Hub in Kolkwitz als Vorbild für andere Gemeinden dienen und einen wertvollen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Zukunft leisten – das klingt doch nach einer echten Win-win-Situation!