Im Museum Schloss und Festung Senftenberg wird am Samstag, den 7. März 2026, eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Wenn der Zweck die Form bestimmt“ eröffnet. Diese Ausstellung widmet sich der faszinierenden Welt der bäuerlichen Gebrauchskeramiken, die einst unverzichtbare Begleiter im Alltag der ländlichen Haushalte waren. Die Exponate umfassen unter anderem Gärtpötte, Puddingformen, Flaschen und bemalte Tonkrüge, die alle aus der privaten Formensammlung des Potsdamer Sammlers Siegfried Lachmann stammen. Diese Sammlung wurde 2024 dem Museum übergeben und bietet einen tiefen Einblick in die Tradition und Funktionalität keramischer Alltagsgegenstände.

Besucher der Ausstellung können nicht nur die historische Bedeutung der Keramiken kennenlernen, sondern auch die kunstvoll verzierte sorbische Ostereier bewundern, die bis zum 12. April 2026 ausgestellt sind. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, typische Ostergebäcke aus verschiedenen Ländern zu entdecken, darunter den polnischen „Makowiec“, die italienische „Colomba de Pasqua“ und den britischen „Simnel Cake“. Die Ausstellung wird bis zum 4. Oktober 2026 zu sehen sein und gibt damit einen umfassenden Einblick in die vielfältige Sammlung von Lachmann, die auch eine Glassammlung, eine Keramiksammlung mit Ofenkacheln und eine Metallsammlung umfasst.

Die Sammlung von Siegfried Lachmann

Siegfried Lachmann, der 1936 in Vetschau geboren wurde und heute in Potsdam lebt, hat in den 1970er Jahren mit dem Sammeln begonnen und seine Sammlung in den 1990er Jahren durch zahlreiche Auslandsreisen erweitert. Als Ausstellungsgestalter und Grafiker war er stets an der Einfachheit der Formen von Alltagsgegenständen interessiert, weniger an der Besonderheit einzelner Stücke. Die Ausstellung im Museum zeigt die große Vielfalt an Formen und Gestaltungen keramischer Alltagsgegenstände, die einst für den Transport von Getränken wie Bier und Wein sowie zur Lagerung von Lebensmitteln verwendet wurden.

Ein großer Teil der Sammlung wird zukünftig im entstehenden Schaudepot im Zechen- und Badehaus Brieske präsentiert. Diese zukünftige Ausstellung wird es den Besuchern ermöglichen, noch tiefer in die Materie einzutauchen und die verschiedenen Aspekte der bäuerlichen Gebrauchskeramiken zu entdecken.

Funktionalität über Ästhetik

In der Welt der bäuerlichen Keramik werden Gebrauchsgegenstände vor allem nach ihrer Funktionalität und Zweckmäßigkeit bewertet, weniger nach ihrer Optik oder Ästhetik. Vor 100 Jahren waren keramische Gefäße in bäuerlichen Haushalten von großer Bedeutung. Sie wurden nicht nur zur Lagerung von Lebensmitteln wie Essig und Öl genutzt, sondern auch zur Haltbarmachung von Nahrungsmitteln, beispielsweise in großen Gärtöpfen. Zudem fanden Back- und Puddingformen aus Keramik Verwendung, um schmackhafte Speisen mit schönen Motiven zuzubereiten.

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Die Sonderausstellung „Wenn der Zweck die Form bestimmt“ ermöglicht es den Besuchern, die funktionalen Schönheiten der bäuerlichen Gebrauchskeramiken zu erforschen und zu erkennen, wie eng Alltagsgegenstände mit der Kultur und Tradition der Region verbunden sind. Die Verbindung von Tradition, Handwerk und Alltagsgeschichte macht diese Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis für Jung und Alt.

Für weitere Informationen zur Ausstellung besuchen Sie bitte die offizielle Webseite des Museums: Kulturkurier und Museums-Entdecker. Auch die Webseite der Lausitzer Museenland bietet spannende Informationen.