In Drewitz, einem kleinen, charmanten Dorf im Spree-Neiße-Kreis, gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Die alte Dorfkirche, ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes der Gemeinde, erhält eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung. Die Sparkasse Spree-Neiße hat dem Förderverein eine großzügige Spende in Höhe von 5.000 Euro übergeben. Mit diesem Geld soll der Altar restauriert werden – und das hat eine ganz besondere Bedeutung!
Was macht diese Sanierung so spannend? Nun, bei der Restaurierung des Altars wurde eine figürliche Darstellung des Nikodemus entdeckt. Nikodemus, ein jüdischer Schriftgelehrter, der Jesus nahegestanden haben soll, ist nicht nur eine spannende Figur aus der Bibel, sondern auch ein ganz besonderes Kunstwerk, das als einzigartig in ländlichen Kirchen Brandenburgs gilt. Ralf Braun, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, überreichte den Spendenscheck und betonte, wie wichtig Kirchen als Orte der Begegnung und des Miteinanders sind. Und genau das ist es, was die Dorfgemeinschaft in Drewitz so schätzt: ihre Kirche ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist ein Treffpunkt für Kultur und Gemeinschaft.
Ein kultureller Treffpunkt
Die Dorfkirche hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Konzerte, Lesungen und Vorträge haben den Raum mit Leben erfüllt und ihn zu einem kulturellen Zentrum gemacht. Das ist besonders wichtig in Zeiten, in denen viele ländliche Gemeinden mit dem Rückgang der Bevölkerung und der Abwanderung junger Menschen kämpfen. Landrat Harald Altekrüger, der ebenfalls an der Übergabe des Spendenschecks teilnahm, machte deutlich, dass solche Initiativen für die Dorfgemeinschaft von großer Bedeutung sind.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Werner Richter, sowie Christine Adam, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, und Pfarrer Alexander Reinfeld haben sich herzlich für die Unterstützung bedankt. Ortsvorsteher Ralf Wundke hob hervor, wie wichtig die Kirche für die Dorfgemeinschaft ist. Sie ist ein Ort, an dem sich die Menschen treffen, Geschichten erzählt werden und Erinnerungen geschaffen werden.
Die Zukunft der Kirchen im ländlichen Raum
Doch die Situation der Kirchen im ländlichen Raum ist nicht immer rosig. In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 45.000 Kirchen, viele von ihnen prägende Landmarken. Dennoch stellt der Rückgang der Bevölkerung und die hohen Austrittszahlen der großen Kirchen die Zukunft vieler dieser Gebäude infrage. Prognosen deuten darauf hin, dass etwa 30% der Kirchen in den nächsten 30 Jahren nicht mehr für Gottesdienste benötigt werden. Das ist eine alarmierende Zahl!
Das Forschungsprojekt „Kultur unterm Kirchturm“ untersucht genau diese Entwicklung. Es will herausfinden, wie Kirchenräume für kulturelle Aktivitäten genutzt werden können und welche Chancen dabei bestehen. Besonders in ländlichen Regionen, wo oft nicht viele andere öffentliche Treffpunkte existieren, könnten Kirchen als Kultur- und Begegnungsorte umgewandelt werden. Ehrenamtliches Engagement spielt dabei eine entscheidende Rolle – viele Initiativen werden von Menschen vor Ort getragen, die ihre Kirche lebendig halten wollen.
Die Sanierung des Altars in Drewitz ist ein Schritt in diese Richtung. Bis zum 200-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 2027 sollen weitere Freilegungen sichtbare Ergebnisse bringen. Vier übermalte Flächen auf der Kanzel warten darauf, entdeckt zu werden. Was sich hinter diesen Flächen verbirgt, wird die Dorfgemeinschaft sicher mit Spannung erwarten.
Die Drewitzer Dorfkirche ist mehr als nur ein Gebäude. Sie steht für die Kultur und das Miteinander der Menschen vor Ort und zeigt, wie wichtig es ist, solche Orte zu erhalten und neu zu beleben. Und wer weiß, vielleicht wird sie in Zukunft noch mehr zu einem Zentrum kultureller Veranstaltungen und Begegnungen – ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird und Gemeinschaft entsteht.