Heute ist der 12.06.2026 und in Forst (Lausitz) brodelt es erneut – und das nicht im positiven Sinne. Die Stadt, die rund 17.000 Einwohner zählt, steht vor einem echten Dilemma: Der letzte Kinderarzt ist in den Ruhestand gegangen und ab Freitag gibt es nun überhaupt keinen Kinder- und Jugendarzt mehr. Das ist ein herber Schlag für die Familien in der Region, die sich nun nach Alternativen umsehen müssen.

Erst vor zwei Jahren war die Situation nicht viel besser. Fast ein ganzes Jahr lang gab es in Forst keine kinderärztliche Anlaufstelle. Damals übernahm ein Arzt im November 2024 die Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), die nun aber ebenfalls geschlossen ist – und das, obwohl die Praxis mit nur 25 Prozent ausgelastet war. So haben viele Eltern bereits begonnen, Kinderärzte in benachbarten Städten wie Spremberg oder Cottbus aufzusuchen. Einige haben sogar den Weg nach Guben auf sich genommen. Das ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch eine große Belastung für die Familien.

Die Suche nach Lösungen

Die Stadt und die Lausitz-Klinik sind auf der Suche nach Lösungen, um die kinderärztliche Versorgung wieder herzustellen. Ein vielversprechender Ansatz könnte das geplante Primärversorgungszentrum (PVZ) sein, das die Klinik einrichten will und in dem auch kinderärztliche Sprechstunden angeboten werden sollen. Die Pläne sollen Ende des Jahres anlaufen, sind aber noch nicht beschlossen – ein Warten, das für viele Familien zu lange dauern könnte.

Die Bürgermeisterin von Forst, Simone Taubenek, beschreibt die Situation als „extrem schwierig“. Sie hat bereits die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg um Unterstützung gebeten. Zudem hat die Stadt eine Petition ins Leben gerufen, um neue Kinderärzte anzulocken. Das Engagement der Einwohner ist bemerkenswert! Sie versuchen, die Stadtverwaltung und die zuständigen Stellen zur Ansiedlung eines neuen Kinderarztes zu bewegen.

Ein Aufruf zur Unterstützung

Mit einer solchen Lücke in der kinderärztlichen Versorgung ist die Gesundheit der Kleinsten gefährdet. Eltern können nicht einfach warten, bis sich etwas ändert. Da ist der Appell von Taubenek, Kinderärzte aus anderen Regionen beim Umzug nach Forst zu unterstützen, mehr als verständlich. Es ist schließlich nicht nur eine Frage der medizinischen Versorgung, sondern auch eine der Lebensqualität für die Familien.

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Die Situation in Forst spiegelt ein weit verbreitetes Problem wider: In vielen ländlichen Regionen Deutschlands gibt es Schwierigkeiten, Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin zu finden. Wenn die Kinderärzte fehlen, bleibt den Eltern oft nur der Weg in die nächstgelegene Stadt. Für eine Stadt wie Forst, die sich bemüht, lebenswert zu bleiben, ist das eine echte Herausforderung.