Es tut sich was in Witikon! Das Stadtzürcher Parlament hat beschlossen, ein Postulat für ein Naturfreibad in diesem hochgelegenen Quartier zu überweisen. Ein Freibad, auf das die Bevölkerung seit Jahrzehnten wartet. Wer hätte gedacht, dass ein solcher Traum nach all den Jahren endlich wieder aufleben könnte? In den 1970er-Jahren gab es schon einmal einen Projektwettbewerb für ein Freibad, aber der wurde 1979 aufgrund von Sparmaßnahmen abgebrochen. Jetzt, nach all den langen Jahren, scheint es, als könnte sich die Sehnsucht der Witiker nach einem Ort zum Schwimmen und Entspannen erfüllen.

Geplant ist ein Wasserspeicher in der Nähe des Sportzentrums, der als Naturfreibad genutzt werden soll. Das Wasser wird überwiegend aus Regen- und Quellwasser bestehen – ganz natürlich, wie es sich gehört! Dieser Speicher hat zudem einen praktischen Nutzen: Er soll auch die Rasenspielfelder im Sportzentrum bewässern. Das klingt nach einer Win-win-Situation für alle Beteiligten. Und während die Badedichte in Zürich ohnehin hoch ist, wird ein Bevölkerungswachstum von 21% bis 2050 in Witikon erwartet. Ein Freibad könnte also genau zur richtigen Zeit kommen.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Der Stadtrat hat sich wohlwollend zu dem Vorhaben geäußert, allerdings ist für die nächsten zwei Jahre kein Kredit zugesichert. Das könnte eine kleine Hürde auf dem Weg zu einem Freibad darstellen. Man könnte fast meinen, dass der Traum schon wieder ins Wanken geraten könnte! Die Bedenken, dass die Schaffung eines Freibads vielleicht auf Kosten anderer Sportarten wie Fußball oder American Football gehen könnte, schwirren ebenfalls durch die Luft. Urs Riklin, einer der Initiatoren, hat den ursprünglichen Antrag widerwillig in ein Postulat umwandeln müssen. Dennoch wurde das Postulat mit 77 zu 38 Stimmen angenommen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt!

Doch wie steht es um Freibäder im Allgemeinen in der Schweiz? Die Nachfrage nach Wasserflächen steigt, und es gibt viele Menschen, die sich nach einem Sprung ins kühle Nass sehnen. Markus Gasser, der vom Verband der Schweizer Hallen- und Freibäder (VHF), bestätigt, dass das Interesse an Badis gewachsen ist. Aber neue Freibäder werden kaum gebaut. Und warum? Platzmangel und die hohen Kosten, die bis zu 20 Millionen CHF betragen können, sind die Hauptgründe. Zudem sind Freibäder oft wirtschaftlich nicht rentabel und brauchen Subventionen für den Betrieb.

Die Herausforderungen der Gegenwart

Die meisten Badis stammen noch aus den 60er- bis 80er-Jahren und sind sanierungsbedürftig. Die Ansprüche an Wasserqualität und Sicherheit sind gestiegen. Heutige Freibäder müssen modernen Ansprüchen gerecht werden, wie etwa Rutschbahnen oder universellen Umkleidekabinen. Gasser sieht zwar keinen akuten Mangel an Badis, weil es viele Alternativen gibt – mobile Pools, Wellnesshotels oder natürliche Gewässer – aber trotzdem bleibt der hohe Stellenwert der Freibäder in der Bevölkerung unbestritten. Sie sind Teil des Allgemeinguts. Der Bau neuer Badis kann ein langwieriger politischer Prozess sein, der bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmen kann.

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Witikon könnte also bald ein neues Freibad bekommen, das den Bedürfnissen der wachsenden Bevölkerung gerecht wird. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Witiker sind bereit für einen Sprung ins kühle Wasser!