In Deutschland scheint das Bargeld im Rückzug zu sein. Immer mehr Menschen bemerken, dass der klassische Geldautomat aus dem Alltag verschwindet. Laut der Deutschen Bundesbank hat sich die Zahl der Geldautomaten von rund 59.000 im Jahr 2018 auf weniger als 50.000 im Jahr 2024 verringert. Dies ist Teil eines größeren Trends, bei dem Banken ihre Infrastruktur zurückfahren und sich an das veränderte Zahlungsverhalten der Kunden anpassen. So wurden 2021 noch 58% der Transaktionen mit Bargeld durchgeführt, während dieser Anteil 2023 bereits auf etwa 51% gesunken ist.
Doch wo bleibt das Bargeld? Rund 78% aller Bargeldabhebungen finden nach wie vor an Geldautomaten statt. In Großstädten sind jedoch Bargeldservices im Einzelhandel längst gängige Praxis. Supermärkte, Discounter und Drogerien bieten vermehrt die Möglichkeit, Bargeld direkt an der Kasse abzuheben. Im Durchschnitt gibt es etwa 3,4 Einzelhandelsstandorte mit Bargeldservice pro 10.000 Einwohner, was die Zahl der klassischen Geldautomaten und Bankfilialen, die bei etwa 3,0 pro 10.000 liegen, sogar übertrifft.
Die regionale Verfügbarkeit von Bargeld
Die Zugänglichkeit von Bargeld variiert stark je nach Wohnort. Der sogenannte Cash-Index zeigt, dass Städte wie Aachen und München eine hohe Versorgung mit Bargeld bieten, während Duisburg und Dortmund deutlich schlechter abschneiden. In ländlichen Regionen sind die Menschen oft auf längere Wege angewiesen; in Brandenburg beispielsweise liegt die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Bargeldzugangspunkt bei etwa 2,1 Kilometern – das ist über dem bundesweiten Schnitt von 1,2 Kilometern.
Durch den Rückgang der Geldautomaten und Bankfilialen stellt sich die Frage, ob alternative Angebote wie Bargeld an der Supermarktkasse die Lücke wirklich schließen können. Verbraucherschützer warnen, dass vor allem ländliche Gebiete und ältere Menschen besonders betroffen sind. Sie sehen sich oft mit längeren Wegen und mehr Aufwand konfrontiert, um an Bargeld zu gelangen. Die Stabilität der Bargeldversorgung bleibt trotz des rückläufigen Automatenbestands dank des Engagements des Einzelhandels erhalten, dennoch bleibt die Sorge, dass die Bedürfnisse bestimmter Gruppen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Die Dichte der Bargeldabhebungsmöglichkeiten in den Städten
In den 30 größten Städten Deutschlands stehen im Schnitt 6,4 Möglichkeiten zur Bargeldabhebung pro 10.000 Einwohner zur Verfügung. Chemnitz führt mit einer Dichte von 4,64 Einzelhandelsstandorten mit Bargeldservice, während Aachen mit 4,57 klassischen Geldautomaten die Spitze bei den Automaten belegt. Berlin mag zwar die meisten Geldautomaten haben, bietet jedoch eine geringere Zahl an Einzelhandelsangeboten mit Bargeldservice.
Die Analyse des Cash-Index, die auf OpenStreetMap-Daten basiert, zeigt auch ein deutliches Ost-West-Gefälle in der Bargeldverfügbarkeit. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bayern weisen die höchste Bargelddichte auf, während Nordrhein-Westfalen und Bremen am unteren Ende der Skala stehen. Diese Unterschiede verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Bargeldversorgung regional zu betrachten.
Insgesamt bleibt Bargeld in Deutschland das meistgenutzte Zahlungsmittel. Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank akzeptieren 99,4 Prozent der Verkaufsstellen Bargeld. Dennoch gibt es Herausforderungen, insbesondere bei modernen Self-Checkout-Kassen, die oft keine Bargeldfunktion anbieten. Die Erhaltung eines stabilen Automatennetzes und ergänzende Angebote im Einzelhandel sind entscheidend für die Zugänglichkeit von Bargeld und daher für die Aufrechterhaltung der finanziellen Teilhabe aller Bürger.
Für weitere Informationen und eine tiefere Einsicht in die Bargeldverfügbarkeit in Deutschland, schauen Sie sich die Analysen auf Futurezone, Retail News und Chip an.