Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat kürzlich ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: 125 Jahre Heidekrautbahn! Wer hätte gedacht, dass eine Bahnlinie, die einst 1897 vom Kreis Niederbarnim beschlossen wurde und im Mai 1901 in Betrieb ging, heute noch so lebendig ist? Bei der Feier auf dem Betriebsgelände in Wandlitz, im hübschen Kreis Barnim, war die Stimmung so heiter wie das Wetter an diesem Tag. Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, um seine Glückwünsche auszusprechen und die Bedeutung der Bahn für die Region zu würdigen.
Die Heidekrautbahn hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich zog der Wandlitzsee zahlreiche Ausflügler an, was 1905 zur Einrichtung eines neuen Haltepunkts führte. Doch die Zeit war nicht immer freundlich zu dieser Bahnlinie. Der Mauerbau 1961 führte zur Abriegelung und dem Abriss einiger Bahnhöfe, was die Zugverbindungen stark einschränkte. Erst mit der Wiedervereinigung kam neue Hoffnung auf, und 2005 begann eine neue Ära für die NEB. Der Zuschlag für den Betrieb des Regionalverkehrs auf der Heidekrautbahn gab der Bahn frischen Wind in die Segel. Außerdem wurde die Infrastruktur in den 1990ern zurückübertragen, was den Betrieb eigener Züge ermöglichte. Ein echter Aufschwung!
Ein Blick in die Zukunft
Ab Dezember 2024 wird die NEB sogar die erste Flotte von Wasserstoffzügen und die erste Batteriefahrzeugflotte in der Region Berlin-Brandenburg betreiben. Das klingt nicht nur innovativ, sondern ist auch ein richtiger Schritt in die umweltfreundliche Zukunft! Ein kürzlicher Besuch von Brandenburger und Berliner Landespolitikern an einem Forschungsprojekt zur Wasserstoffschiene in Basdorf unterstrich die Bedeutung dieses Vorhabens. Es gab eine Zugfahrt mit einem Wasserstoffzug und eine Besichtigung der neuen Wasserstofftankstelle. Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg, betonte, wie wichtig diese Züge für die klimafreundliche Mobilität sind.
Natürlich gibt es auch Bedenken. Robert Crumbach äußerte Sorgen über die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und hob hervor, dass konventioneller Strom vorerst wichtig bleibt. Trotzdem sieht Arne Herz, Staatssekretär für Mobilität und Verkehr in Berlin, die Niederbarnimer Eisenbahn als Vorreiter im Schienenpersonennahverkehr. Das Projekt wird von verschiedenen Akteuren als Leuchtturmprojekt für die nachhaltige Verkehrswende angesehen. Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, kündigte an, dass bis 2037 im Verbundgebiet dieselfrei gefahren werden soll. Das sind doch vielversprechende Aussichten!
Die Herausforderungen der Transformation
Doch wie bei jeder großen Umstellung, gibt es auch hier Herausforderungen. Christian Mehnert, der Projektkoordinator, beschreibt den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur als herausfordernd, aber dennoch erfolgreich. Ab 2026 wird die Tankstelle mit grünem Wasserstoff versorgt, was die Sache noch spannender macht. Gerhard Greiter von Siemens Mobility lobte die Wasserstoffzüge als nachhaltige Alternative zu Dieseltriebzügen und Sebastian Achtermann von der Niederbarnimer Eisenbahn hebt den stabilen und zuverlässigen Betrieb des Projekts hervor.
Eine kleine Lücke bleibt allerdings bestehen: Die Verbindung zwischen Wilhelmsruh und Basdorf ist nach wie vor unterbrochen, und wann diese wiederhergestellt wird, ist unklar. Doch die Vorfreude auf die neuen Züge und die innovative Infrastruktur überwiegt. Die Heidekrautbahn hat also nicht nur 125 Jahre Geschichte, sondern auch eine vielversprechende Zukunft vor sich. Und wer weiß, vielleicht fährt der nächste Zug bald mit Wasserstoff durch die malerische Landschaft Brandenburgs!