Wenn man an einen Tagesausflug von Berlin denkt, kommen viele Orte in den Sinn. Doch wie wäre es mit einem kleinen Abstecher in die charmante Stadt Bernau bei Berlin? Nur 30 Minuten mit der S-Bahn entfernt, öffnet sich hier ein Fenster in die Geschichte, das man unbedingt durchschreiten sollte. Die Stadt präsentiert sich als Mischmasch aus mittelalterlicher Altstadt, modernen DDR-Plattenbauten und dem beeindruckenden Überbleibsel ihrer Stadtbefestigung.

Eine der größten Attraktionen in Bernau ist die nahezu komplett erhaltene Stadtmauer. Diese wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet und stellt mit ihren 1.496 Metern Länge und bis zu 8 Metern Höhe ein wahres Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst dar. Ein dreifaches Wall- und Grabensystem diente einst als Befestigungsbollwerk, das den Bewohnern der Stadt Schutz bot. Die Mauer war nicht nur eindrucksvoll, sondern auch funktional. Sie hielt Angriffe von feindlichen Mächten wie den Quitzows und den Hussiten stand und war ein strategisches Element der Verteidigung.

Geschichte zum Anfassen

Beeindruckend sind nicht nur die alten Mauern, sondern auch die zahlreichen Lughäuser, die sich entlang der Stadtmauer erstrecken. Diese kleinen Türme, auch Mauertürme genannt, waren wichtige Verteidigungspunkte. Man könnte sich gut vorstellen, wie bewaffnete Bürger, geschützt durch Schießscharten, ihre Angreifer mit Armbrüsten oder sogar heißen Flüssigkeiten abwehrten. Die Lughäuser, 42 an der Zahl, boten Platz für bis zu 10 Bewaffnete. Ein spannendes Bild, das einem beim Spaziergang durch die Altstadt in den Sinn kommt.

Das Steintor, das einzige noch erhaltene Stadttor, ist heute Heimatmuseum und zeigt, wie das Leben in Bernau einst war. Es ist wirklich schön, durch die alten Gassen zu schlendern und sich in die Vergangenheit entführen zu lassen. Die spätgotische St.-Marien-Kirche, deren Flügelaltar der Schule Lucas Cranachs zugeschrieben wird, zeugt von der religiösen und kulturellen Bedeutung der Stadt. Dieses Bauwerk besteht seit 1519 und zieht mit seiner Pracht jeden Besucher in seinen Bann.

Ein Ort mit musikalischer Geschichte

Ein weiteres Highlight ist das Kantorhaus, der älteste Wohnbau in Bernau, datiert auf 1583. Hier wird die musikalische Geschichte der Stadt lebendig – in den 1980er Jahren aufwendig rekonstruiert, erzählt es von der Vergangenheit. Die Stadt hat also nicht nur Mauern, sondern auch Geschichten zu bieten, die darauf warten, entdeckt zu werden.

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Die Bernauer Stadtmauer ist ein faszinierendes Beispiel für die mittelalterliche Stadtbefestigung, die nicht nur der Abwehr diente, sondern auch den Wohlstand der Stadt widerspiegelte. Stadtmauern waren oft die aufwendigsten Bauwerke einer Kommune, und die in Bernau ist da keine Ausnahme. Bei einem Besuch kann man sich auch gut vorstellen, wie die Stadt im Laufe der Jahrhunderte gewachsen ist und sich verändert hat.

Ein Besuch in Bernau ist nicht nur ein Ausflug, sondern eine kleine Zeitreise. Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt vorbeischauen. Die Mischung aus Geschichte, Kultur und der lebendigen Atmosphäre der Stadt macht jeden Aufenthalt zu einem kleinen Abenteuer. Also, auf zur S-Bahn und ab nach Bernau! Das Erlebnis wartet schon!