Agroforst: Ein Hoffnungsschimmer für die hitzgeplagte Landwirtschaft
Heute ist der 16.07.2026 und während ich hier in Eberswalde sitze, spüre ich die drückende Hitze, die über die Felder schwappt. Extremwetter und Rekordtemperaturen, ja, das ist die Realität, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Die Landwirtschaft ist stark betroffen. Hitze, die die Ackerböden belastet und die Erträge gefährdet – das kann nicht gutgehen. Doch es gibt Hoffnung! Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) hat ein spannendes Projekt ins Leben gerufen. Mit rund 295.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird an der Integration von Bäumen und Sträuchern in Agrarlandschaften geforscht. Ziel? Ein kühleres Mikroklima zu schaffen und eine Rückkehr zu einer Vermischung von Forst- und Agrarflächen, auch bekannt als Agroforst.
Am heutigen Tag findet der erste Feldtag statt, und ich kann es kaum erwarten, mehr über diese Idee zu erfahren. Es wird empfohlen, unterschiedliche Gehölze anzupflanzen – Walnüsse, Maulbeer- und Esskastanien. Diese Bäume sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch nützlich! Walnüsse und Esskastanien als Lebensmittel, Maulbeerblätter als Tierfutter. Und das ist noch nicht alles: Sie verbessern das Mikroklima, binden Wasser und verhindern die Erosion durch Wind. So etwas muss man einfach ausprobieren!
Agroforst: Ein neuer Weg für die Landwirtschaft
Das Konzept des Agroforsts ist nicht neu, aber es gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Dossier „Agroforst 2025“, veröffentlicht vom Institut für Welternährung, wird der aktuelle Stand und die Perspektiven der Agroforstwirtschaft in Deutschland beleuchtet. Verfasserin Susanne Salzgeber aus Berlin hebt hervor, wie wichtig diese Kombination aus Bäumen und Sträuchern mit Ackerbau oder Weidewirtschaft ist. Das Ziel: widerstandsfähige, biodiversitätsfördernde Agrarsysteme, die Boden schützen und die Wasserspeicherkapazität erhöhen – gerade in Zeiten, in denen Dürregefahr und Hitze zu einer echten Herausforderung werden.
Die Umsetzung des Agroforsts in Deutschland bleibt allerdings hinter den Möglichkeiten zurück. Bürokratische Hürden und komplizierte Förderstrukturen machen es den Landwirten schwer, diesen Ansatz in die Praxis umzusetzen. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Ab 2026 wird die Förderung von 200 auf 600 Euro pro Hektar erhöht, und die Antragsbedingungen sollen vereinfacht werden. Das könnte viele motivieren, den Schritt in Richtung Agroforst zu wagen.
Herausforderungen und Chancen im Klimawandel
Der Klimawandel ist ein ständiger Begleiter. Er führt zu mehr Hitze, Dürre und Starkregen. Die Landwirtschaft muss ihre Produktion anpassen – und zwar schnell! Strategien zur Anpassung gibt es genug: robuste Sorten, vielfältige Fruchtfolgen und der Anbau neuer Kulturen. Auch Techniken wie Bewässerung und Dränung helfen, die Risiken durch extreme Wetterlagen zu mindern. In der Tierhaltung sind angepasste Stalltechniken und ein durchdachtes Management notwendig, um Hitzestress und Futtermangel zu reduzieren.
Die Tatsache, dass die letzten Jahre von Extremwetterereignissen geprägt waren, lässt sich nicht leugnen. Ertragseinbußen und ein sinkendes Einkommen für die Landwirte sind die Folge. Auch wenn staatliche Beihilfen oft nicht ausreichen, um die Existenz zu sichern, bleibt es wichtig, innovative Wege zu finden, um die Landwirtschaft krisenfester zu machen.
Das Agroforst-Konzept könnte hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Indem wir die Natur in unsere landwirtschaftlichen Praktiken integrieren, schaffen wir nicht nur ein besseres Mikroklima, sondern fördern auch die Artenvielfalt. Und wer weiß, vielleicht wird das eines Tages der Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels sein. Die Forschungsergebnisse werden in Form von Leitfäden, Erklärvideos und wissenschaftlichen Publikationen bereitgestellt, um den Landwirten das nötige Wissen an die Hand zu geben. Schließlich ist es wichtig, dass diese Ideen nicht nur in den Köpfen der Wissenschaftler bleiben, sondern auch in den Feldern und Ställen unserer Landwirte ankommen.
