Gedenkveranstaltung am Wasserturm: Erinnerung an gefallene Soldaten
Der Volkstrauertag, der jährlich im November begangen wird, steht für das Gedenken an die Gefallenen und Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Heute, am 16. November 2025, wird in Eberswalde eine besondere Gedenkveranstaltung abgehalten, zu der der Förderverein Finower Wasserturm und der SPD Ortsverein Finow herzlich einladen. Diese Veranstaltung verspricht nicht nur eine Ehrung der Gefallenen, sondern auch ein Eintauchen in die geschichtsträchtige Vergangenheit der Region.
Ein zentraler Ort für die Gedenkfeier ist der eindrucksvolle Wasserturm in Eberswalde. Dieser wurde von dem jüdischen Fabrikbesitzer Aron Hirsch initiiert, der auch die Planung eines Ehrenhofes für gefallene Soldaten in Auftrag gab. Der Ehrenhof, der während der Sanierung des Wasserturms wiederhergestellt wurde, beinhaltet die Namen der Arbeiter des Messingwerks, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Ein bewegendes Totengedenken wird von Oberstleutnant d.R. Marko Blankenburg gehalten und verspricht, die Anwesenden zu berühren.
Eine Verbindung zur jüdischen Geschichte
Die jüdische Geschichte in Deutschland reicht mehr als 1700 Jahre zurück und zeigt ein wechselvolles Schicksal. Bereits in der Antike lebten Juden in der römischen Provinz Germania. Während dieser Zeit wurden sie rechtlich anerkannt, allerdings waren öffentliche Ämter für sie weitgehend unzugänglich. Ein highlight der jüdischen Emanzipation trat im 19. Jahrhundert auf, doch die Schatten der Geschichte blieben bis in die moderne Zeit spürbar.
Die Familie Hirsch spielte eine bedeutende Rolle in der Gemeinde Messingwerk. Sie war jüdisch-orthodox und hatte tiefen Einfluss auf die religiöse und soziale Landschaft der Region. So trugen die Hirschs zur Gründung einer Schule bei, die oft auch als Synagoge bezeichnet wurde, und machten das Gotteshaus zu einem Ort des gemeinschaftlichen Lebens. Der Vorbeter Herr Pulvermann, der seit 1870 die Gottesdienste leitete, wurde nach seinem Tod von Gustav Hirsch abgelöst.
Herausforderungen der Vergangenheit und Gegenwart
Die Geschichte der Juden in Deutschland wird von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Antijüdische Pogrome und Verfolgungen, insbesondere während der Nationalsozialisten, führten zu einem unfassbaren Leid und der Ermordung von etwa sechs Millionen Juden im Holocaust. Auch in unserer heutigen Zeit sind die jüdischen Gemeinden gezwungen, sich mit einem Anstieg antisemitischer Vorfälle auseinanderzusetzen, besonders seit den jüngsten globalen Konflikten.
Die Veranstaltung am Wasserturm ist nicht nur eine Gedenkfeier, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit dieser tief verwurzelten Geschichte auseinanderzusetzen. Die anwesenden Gäste sind eingeladen, die Erinnerungen hochzuhalten und durch ihr Teilen von Geschichten und Erfahrungen das Erbe der jüdischen Gemeinschaft lebendig zu halten.
Angesichts dieser bewegenden Themen ist der Volkstrauertag eine Aufforderung an uns alle, die Vergangenheit zu bewahren und aus ihr zu lernen. Kommen Sie heute um 14:00 Uhr zum Wasserturm in Eberswalde und nehmen Sie an diesem wichtigen Gedenktag teil, der uns alle daran erinnert, was für einen wertvollen Beitrag jüdische Familien wie die Familie Hirsch in unserer Gemeinschaft geleistet haben.
