Dahme-Spreewald: Radwege dringend benötigt – ADFC warnt vor Gefahren!
Aktuell wächst in Brandenburg der Bedarf an sicheren Radwegen, das zeigt eine Prognose des ADFC. Reinhard Kähler, ein Sprecher des Fahrradclubs, hebt hervor, dass das Radfahren in der Region viel Freude bereitet, allerdings auch einige Risiken birgt. Besonders gefährliche Strecken betreffen unter anderem die Landesstraße zwischen Dahlewitz und Ragow sowie die Bundesstraße zwischen Gallun und Bestensee. Ein weiteres Sorgenkind ist die Miersdorfer Straße in Wildau, wo Radfahrer häufig gezwungen sind, Gehwege zu nutzen, um sicher ans Ziel zu kommen. Das Verkehrsaufkommen hat sich seit den 1990er Jahren spürbar erhöht, was die ohnehin engen Straßenverhältnisse noch angespannter macht. Leider wurde beim Straßenbau in der damaligen Zeit der Radverkehr sträflich vernachlässigt, was nun für erhöhte Unsicherheiten sorgt.
Die finanzielle Lage für den Bau neuer Radwege ist alles andere als rosig. Der Erwerb von Flächen sowie notwendige Ausgleichsmaßnahmen treiben die Kosten in die Höhe, was viele gute Konzepte leider zum Scheitern bringt. Brandenburg hat zudem die Ausgaben für den Radwegebau stark zusammengestrichen, was die Situation nicht verbessert. Dennoch gibt es positive Nachrichten: Ein geplanter Radweg zwischen Königs Wusterhausen und Eichwalde wird als Hoffnungsschimmer angesehen. Jüngst wurde auch ein neuer Radweg zwischen Zeuthen und dem Kreisel eingeweiht, der von Radfahrern als sehr vorteilhaft beurteilt wird. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat erkannt, wie wichtig der Radverkehr ist, und stellt inzwischen einen Fördertopf bereit, um Projekte in diesem Bereich zu unterstützen.
Der Bedarf wächst
Die Prognosen sind ermutigend und bestätigen, dass der Bedarf nach Radwegen stetig wächst. Zwischen Berlin und dem Flughafen BER könnten täglich bis zu 6000 Radfahrer unterwegs sein, während die Strecke zwischen Königs Wusterhausen und dem BER etwa 2000 Radfahrende täglich verzeichnen könnte. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, sind jedoch weitere Radwege nötig. Es werden konkrete Vorschläge erörtert, unter anderem für Strecken zwischen Halbe und Teurow sowie in den stark frequentierten Ortsteilen.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Arbeit von Radinfra.de, einer Plattform, die detaillierte und standardisierte Informationen über die Radinfrastruktur in Deutschland bereitstellt. Die Daten dort werden täglich aktualisiert und basieren auf dem OpenStreetMap-System, was eine kontinuierliche Verbesserung ermöglicht. Neben der Information für Radfahrende richtete sich die Plattform auch an Verwaltungsmitarbeitende und Planer:innen, die auf aktuelle, routierbare Daten angewiesen sind, um die Radinfrastruktur effektiv weiterzuentwickeln. Ein Vergleich zwischen den Bundesländern zeigt, dass es hier deutliche Unterschiede beim Ausbau der Radnetze gibt, wobei zum Beispiel Bayern nur 8% seiner gesamten Straßeninfrastruktur als Radwege ausgebaut hat, während Bremen stolze 43% aufweist.
Brandenburg steht also vor einer Herausforderung, nämlich der Schaffung einer sicheren und effektiven Radinfrastruktur. Es bleibt zu hoffen, dass die Pläne und Förderungen greifen, und dass Radfahrer bald sicherer und stressfreier ihre Wege finden können.
