In Königs Wusterhausen herrscht derzeit große Aufregung unter den Patienten: Der Hausarzt Neithard Hansche wird seine Praxis am Fontaneplatz schließen, und das ohne einen Nachfolger. Rund 1000 Patientinnen und Patienten stehen vor der Herausforderung, bis Ende Mai einen neuen Hausarzt zu finden. Diese Nachricht hat nicht nur Besorgnis ausgelöst, sondern auch die Suche nach einem neuen Arzt für viele zu einem echten Abenteuer gemacht.
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) meldet einen Versorgungsgrad von 93,1 Prozent, was auf einen Mangel an Hausärzten hinweist. „Wir sehen, dass viele Patienten Schwierigkeiten haben, einen neuen Arzt zu finden. Einige haben bereits mehrere Absagen erhalten“, berichtet Claudia Hansche, die Frau des scheidenden Arztes. Edeltraut Wiese kann ein Lied davon singen: Nachdem sie drei Absagen erhalten hatte, fand sie schließlich eine neue Hausärztin in der Stadtmitte.
Arztsuche leicht gemacht
Für all jene, die noch auf der Suche nach einem neuen Hausarzt sind, gibt es Unterstützung. Die KVBB empfiehlt die Online-Arztsuche unter www.kvbb-arztsuche.de. Hier können Patienten gezielt nach niedergelassenen Vertragsärzten, Psychologischen Psychotherapeuten und Fachwissenschaftlern der Medizin suchen. Auch die elektronische Arztsuche der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) bietet wertvolle Informationen und enthält Daten von angestellten Krankenhausärzten, privatärztlich tätigen Ärzten und weiteren ärztlich Tätigen.
Allerdings ist Vorsicht geboten: Die aufgeführten Ärzte sind nur diejenigen, die sich zur Veröffentlichung bereit erklärt haben. Eine Empfehlung ist damit nicht verbunden. Für Betriebs- und Arbeitsmediziner gibt es eine separate Datenbank des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG).
Die Stimmung in der Stadt
Die Schließung von Hansches Praxis zieht besorgte Kommentare auf Facebook nach sich. Viele loben den scheidenden Arzt für seine langjährige Arbeit und für die Fürsorge, die er seinen Patienten entgegenbrachte. Während einige bereits aktiv nach einem neuen Arzt suchen, haben andere noch nicht mit der Suche begonnen. Diese unterschiedliche Herangehensweise verdeutlicht, wie unterschiedlich die Reaktionen auf die Schließung sind.
Die Situation in Königs Wusterhausen ist kein Einzelfall, sondern spiegelt ein größeres Problem wider: Die Versorgungslage mit Hausärzten ist in vielen Regionen angespannt. Es bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen schnell die notwendige Unterstützung finden und ihre gesundheitliche Versorgung nicht gefährdet wird.