In diesen Tagen ist es nicht nur in Königs Wusterhausen, sondern auch in ganz Berlin und Brandenburg ein wenig turbulenter. Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, muss sich auf einige Veränderungen einstellen. Ab Sonntag, dem 6. September um 9 Uhr, wird nach langem Warten die Verbindung nach Hamburg wieder regulär aufgenommen. Zehn Monate lang waren die Züge aufgrund von Bauarbeiten außer Betrieb, was sich für viele Passagiere wie eine kleine Ewigkeit anfühlte. Die Bauarbeiten zogen sich hin, nicht zuletzt wegen des harschen Winters. Nun kann man sich auf eine Fahrzeit von 2 Stunden und 12 Minuten zwischen Berlin und Hamburg freuen. Das klingt doch schon mal vielversprechend!

Doch das ist längst nicht alles, was die Fahrgäste erwartet. Die Berliner Stadtbahn verwandelt sich bis zum 12. Dezember in eine Dauerbaustelle. Gleise und Weichen werden erneuert, und Fern- sowie Regionalzüge finden während dieser Zeit nicht mehr ihren Weg zu den Bahnhöfen Ostbahnhof und Zoologischer Garten. Stattdessen stehen Ersatzhalte wie Südkreuz, Gesundbrunnen, Ostkreuz, Charlottenburg und Lichtenberg auf dem Plan. Ein wenig umständlich, aber man gewöhnt sich ja an alles, nicht wahr? Und für die Eiligen: ICE-Züge nach Düsseldorf und Köln nehmen ebenfalls den Umweg über Südkreuz.

Neuer Fahrplan, neue Linien

Ein Lichtblick gibt es dennoch: Ab Montag geht die neue S-Bahnlinie S15 in Betrieb! Diese verbindet Gesundbrunnen und Hauptbahnhof im 10-Minuten-Takt. Die erste Fahrt startet um 11:57 Uhr, und ab Dienstag geht’s schon frühmorgens los – ab 4:13 Uhr von Gesundbrunnen. Das könnte für viele Pendler einen echten Gewinn darstellen. Für den südöstlichen Bereich Berlins gibt’s allerdings auch schlechte Nachrichten: Seit vergangenen Freitag ist der S-Bahnverkehr zwischen Altglienicke, Grünau, Spindlersfeld, Schöneweide und Baumschulenweg unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr für die Linien S46 und S47 wurde eingerichtet, und zwischen Treptower Park und Warschauer Straße gibt’s ebenfalls keine S-Bahn. Irgendwie chaotisch, aber was soll’s – das ist halt die Bahn.

Wer auf die S-Bahn angewiesen ist, sollte sich darüber hinaus auch über die aktuellen Baustellen informieren. Die VBB-Website bietet eine Karte mit wichtigen Baumaßnahmen im Regionalverkehr sowie im S-Bahn-Netz. Dort sind nicht nur die Zeiträume und Arten der Einschränkungen aufgeführt, sondern man findet auch Infos zu den Betreibern. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, um nicht unvorbereitet in eine Baustelle zu fahren. Schließlich sind nur die Baustellen mit erheblichen Einschränkungen dargestellt, was die Sache etwas übersichtlicher macht.

Ein Netzwerk mit Tradition

Die S-Bahn Berlin ist mittlerweile seit rund 90 Jahren im Einsatz und umfasst ein Streckennetz von 340 Kilometern und 168 Bahnhöfen. Beeindruckend, oder? Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben, nicht von den Berliner Verkehrsbetrieben. Vor der Corona-Krise zählte man jährlich etwa 478 Millionen Passagiere, und das ist kein Pappenstiel! Natürlich gibt es immer mal wieder Störungen, oft durch Weichen- oder Signalstörungen. In solchen Fällen werden Schienenersatzverkehre mit Bussen organisiert.

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Wer ein Ticket braucht, kann dieses an Fahrkartenautomaten an allen S-Bahnhöfen kaufen – bar oder mit Karte. Und denkt dran: Entwerten nicht vergessen! Die Entwerter stehen direkt neben den Automaten. Wer sein Ticket nicht rechtzeitig entwertet, muss im schlimmsten Fall ein erhöhtes Beförderungsentgelt zahlen. Das kann ganz schön ins Geld gehen, also lieber vorher dran denken! Und falls ihr mal etwas vergesst, werden Fundsachen an die Fundsammelstelle am Bahnhof Warschauer Straße übergeben – nach zehn Wochen landen sie dann im zentralen Fundbüro in Wuppertal.

Es bleibt spannend im Bereich der Berliner S-Bahn! Auch wenn der Fahrplan gerade etwas durcheinandergeraten ist, gibt es immer wieder neue Entwicklungen, die das Reisen erleichtern könnten. Lasst euch davon nicht entmutigen – die Bahn wird wieder rollend und alles wird gut. Gute Fahrt!