In Königs Wusterhausen, wo das digitale Leben der Jugendlichen pulsierend und vielfältig ist, zeigen Schüler, wie sie ihre Bildschirmzeit und die genutzten Apps in den Griff bekommen. Smartphones sind für die meisten von ihnen ständige Begleiter – ein bisschen wie die beste Freundin, die nie weg ist. Aus einem aktuellen Bericht geht hervor, dass 17-Jährige etwa 4,5 Stunden täglich mit ihrem Handy verbringen, während ein 14-Jähriger an einem Tag rund 3 Stunden online ist. Die beliebtesten Apps sind TikTok, Snapchat, WhatsApp und sogar ChatGPT, das immer mehr als Werkzeug für Hausaufgaben genutzt wird.
Sozialarbeiter Florian Gromoll hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und gibt Workshops an Schulen sowie Elternabende, um über die Smartphonenutzung aufzuklären. Er empfiehlt, die Bildschirmzeit im Kontext der Freizeitaktivitäten zu betrachten und schlägt vor, Regeln aufzustellen, statt Verbote zu erlassen. Als Beispiel nennt er den Mediennutzungsvertrag, der helfen kann, ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern aufzubauen. „Kein Handy am Esstisch“ und „Schlafmodus aktivieren“ sind nur einige seiner Tipps. Gromoll ermutigt Jugendliche, aktive Pausen einzulegen und das Handy in den Schlafmodus zu versetzen, um die ständige Ablenkung zu vermeiden.
Einblicke in die digitale Welt der Jugendlichen
Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass viele Jugendliche mehr Zeit am Handy verbringen, als sie eigentlich möchten. Eine erstaunliche Erkenntnis: 67 Prozent der Befragten genießen es, offline zu sein und Zeit ohne Smartphone zu verbringen. Dennoch gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Wissen und dem Verhalten – nur 36 Prozent schalten ihr Handy regelmäßig aus, um Zeit für sich zu haben. Einige Jugendliche, wie Alani, haben kreative Strategien entwickelt, um weniger Zeit mit dem Handy zu verbringen. Er nutzt eine App, die das Handy Schwarz-Weiß macht, um übermäßiges Scrollen zu reduzieren. Ganz smart, oder?
Die Nutzung von KI-Anwendungen boomt ebenfalls. 74 Prozent der 12- bis 19-Jährigen verwenden KI für ihre Hausaufgaben und das Lernen. Das ist ein Anstieg von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. ChatGPT hat sich als beliebtes Recherche-Tool etabliert, direkt hinter den klassischen Suchmaschinen. Interessanterweise halten 57 Prozent der Jugendlichen die Informationen, die sie von KI erhalten, für vertrauenswürdig. Doch Vorsicht! Lilly, 16 Jahre, sieht das Risiko, dass solche Technologien die Schule beeinflussen könnten, insbesondere bei Tests.
Der schmale Grat zwischen Online und Offline
Die digitale Welt hat ihre Vorzüge, aber sie birgt auch Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen nutzt KI, um sich erklären zu lassen, wie etwas funktioniert. Trotzdem wissen viele, dass Pausen vom Smartphone gut tun, haben jedoch Schwierigkeiten mit der Selbstregulierung. Rund 30 Prozent klagen, dass sie morgens oft müde sind, weil sie ihr Handy nachts zu spät weglegen. So wird der Bildschirm nicht nur zum Fenster zur Welt, sondern auch zum Grund für eine schlaflose Nacht.
In Königs Wusterhausen wird offensichtlich deutlich, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen digitaler und analoger Welt zu finden. Gromolls Ratschläge haben Potenzial, den Jugendlichen dabei zu helfen, ihre Bildschirmzeit sinnvoll zu nutzen und bewusster mit ihrem Handy umzugehen. Doch ob das immer gelingt? Das bleibt abzuwarten.