Wie kommt das Kerosin eigentlich zu unserem Flughafen BER in Berlin? Eine spannende Frage, die nicht nur Technik-Fans interessiert. Der Treibstoff für die Flugzeuge, die täglich in die Lüfte steigen, wird per Zug aus den Raffinerien Schwedt und Leuna geliefert. Das klingt fast wie in einem Film, oder? Die drei Kerosin-Tanks am Flughafen haben zusammen ein beeindruckendes Volumen von etwa 18 Millionen Litern. Um das mal ins richtige Licht zu rücken: Ein einzelner Tank fasst 6.300 Kubikmeter, also 6,3 Millionen Liter – da könnte man schon ein paar Flugzeuge betanken! Doch die aktuelle Situation ist nicht ganz so rosig wie sie klingt.

Die Airlines haben vorausschauend gehandelt und sich teilweise schon vor dem Iran-Krieg mit Kerosin eingedeckt. So sicherte sich Easyjet 70% und Lufthansa sogar 80% ihres Bedarfs. Offiziell sehen die Verantwortlichen derzeit keine Knappheit, aber das könnte sich schnell ändern. Denn sollte es zu Lieferengpässen kommen, könnten die Tanks in nur einer Woche leer sein – bei einem täglichen Verbrauch von etwa 2,5 Millionen Litern. Zudem hat Russland die Lieferung von kasachischem Öl zur Raffinerie PCK in Schwedt gestoppt, was die Lage weiter verkompliziert. Rosneft und Total Energies haben zwar die Kerosinlieferungen bestätigt, doch genaue Mengen bleiben geheim – das macht die Sache nicht gerade einfacher.

Preisstieg und alternative Treibstoffe

Wusstest du, dass der Preis für Kerosin durch den Iran-Krieg mehr als doppelt so hoch geworden ist? Wahnsinn, oder? Das wirkt sich natürlich auch auf die Flugtickets aus – die Kosten steigen und steigen. Lufthansa hat ihre Treibstoffversorgung bis Mitte Juni gesichert, was zumindest für die nächsten Wochen ein wenig Entspannung bringt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat zudem erklärt, dass es derzeit keine physischen Energieknappheiten in Deutschland gibt. Aber wie lange bleibt das so? Die Zukunft ist ungewiss.

Die Kerosinversorgung in Deutschland ist bis Ende Mai 2026 gesichert, aber es gibt bereits Warnungen, dass ab Juni Engpässe auftreten könnten. Der heimische Bedarf liegt bei rund neun Millionen Tonnen Kerosin jährlich. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft fordert bereits ein Krisenpaket zur Sicherung der Kerosinversorgung. Deutschland hat aktuell einen Vorrat von einer Million Tonnen Kerosin, das reicht für etwa sechs Wochen – wenn nicht mehr dazukommt, könnte es eng werden!

Neue Wege in der Luftfahrt

Die Luftfahrtbranche steht vor einer Herausforderung: Kerosin ist ein Gemisch aus hunderten Substanzen, gewonnen aus Rohöl, und ohne diesen Treibstoff würde der Flugverkehr weltweit zum Stillstand kommen. Doch es gibt Hoffnung. Alternative Treibstoffe wie Sustainable Aviation Fuels (SAF) könnten eine Lösung bieten. Diese sind chemisch identisch mit Kerosin, basieren jedoch nicht auf fossilen Rohstoffen. Allerdings sind sie mit 3-5 Mal teureren Kosten verbunden – nicht gerade ein Schnäppchen! Ab 2025 müssen Airlines in Europa zudem 2% SAF tanken, ab 2030 sogar 6%. Leider sind die Produktionskapazitäten für SAF derzeit noch unzureichend, sodass hier noch viel Arbeit vor uns liegt.

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In der Zwischenzeit wird an neuen Technologien geforscht. Wasserstoff könnte eines Tages direkt als Treibstoff genutzt werden, allerdings bräuchte man dafür neue Flugzeugtypen und eine passende Infrastruktur. Airbus hat große Pläne und arbeitet an Wasserstoff-Flugzeugen, die eigentlich schon 2035 einsatzbereit sein sollten. Doch wie das mit großen Plänen manchmal so ist – Verzögerungen sind zu erwarten. Auch batteriebetriebene Flugzeuge sind ein Thema, doch die sind für Kurzstrecken ausgelegt und nicht für die großen Reisen, die wir gewohnt sind. Die Zukunft der Luftfahrt bleibt also spannend, und wir dürfen gespannt sein, was die nächsten Jahre bringen werden.