In der brandenburgischen Stadt Königs Wusterhausen wird ein bemerkenswerter Beitrag zur Energiewende geleistet. Die Gemeinde produziert zeitweise mehr Strom, als sie verbraucht – teilweise sogar das Sechsfache. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür lieferte der 28. Februar 2026, als zwischen 23 und 0 Uhr insgesamt 62.000 kWh Strom erzeugt wurden, während der Verbrauch bei lediglich 10.000 kWh lag. In dieser Stunde stammten etwa 41.000 kWh aus Windkraft und 18.000 kWh aus Biomasse. Das beeindruckende Potenzial der Stadt wird durch die Kombination aus einem Biomassekraftwerk im Hafen, das jährlich rund 160.000 MWh Strom aus etwa 120.000 Tonnen Altholz erzeugt, und dem Windpark Uckley-Nord, der mit seinen zehn Anlagen den Jahresverbrauch der gesamten Gemeinde deckt, deutlich.

Die Gemeinde profitiert nicht nur von der eigenen Stromproduktion, sondern erhält auch 0,2 Cent pro kWh aus Windenergie und eine jährliche Zuwendung von insgesamt rund 260.000 Euro, die sich aus 10.000 Euro pro Windkraftanlage zusammensetzt. In den letzten 365 Tagen wurde in 344 davon mehr Energie ins Netz eingespeist, als entnommen, wodurch ein beeindruckender Anteil von 96% des Stromverbrauchs durch Eigenversorgung gedeckt wurde. In Summe erzeugte Königs Wusterhausen 256% des regionalen Stromverbrauchs. Ein Teil des erzeugten Stroms fließt sogar nach Berlin und in andere Teile Deutschlands, wobei im Edis-Netzgebiet rund das Siebenfache der benötigten Strommenge produziert wird. Die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien im Edis-Netzgebiet beträgt über 17 Gigawatt. Diese Informationen stammen von einer ausführlichen Analyse der örtlichen Energieproduktion, die hier zu finden ist: Moz.de.

Der Aufwärtstrend erneuerbarer Energien

Ein Blick auf die bundesweiten Zahlen zeigt, dass die erneuerbaren Energien im Stromsektor 2024 einen Anteil von 54,1 Prozent ausmachten. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen belief sich auf 285,9 Mrd. kWh, was einen Anstieg von 10 Mrd. kWh im Vergleich zu 2023 darstellt. Trotz widriger Witterungsbedingungen, die weniger Wind und Sonne brachten, konnten Windenergieanlagen 138,9 Mrd. kWh erzeugen, mehr als alle Braun- und Steinkohlekraftwerke zusammen. Allerdings ist der Ausbau der Windenergieleistung vonnöten, um die Klimaziele zu erreichen. Im Jahr 2024 wurden über 18.000 MW an Photovoltaikanlagen neu installiert, was einen bemerkenswerten Zuwachs darstellt, während die Biomasseerzeugung leicht zurückging. Diese Fakten sind auf den Seiten des Umweltbundesamtes detailliert beschrieben.

Ein Blick in die Zukunft

Die Entwicklungen in der erneuerbaren Energieerzeugung sind vielversprechend, jedoch nicht ohne Herausforderungen. Im Jahr 2025 erreichte die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien einen Rekordwert von 56% des Bruttostromverbrauchs. Dies zeigt einen stetigen Anstieg, auch wenn der Anteil im Vergleich zum Vorjahr nur leicht wuchs. Die Photovoltaik hat durch den Zubau von Anlagen dazu beigetragen, während die Windenergie aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen einen Rückgang verzeichnete. Um die gesteckten Ziele bis Ende 2026 zu erreichen, ist ein weiterer Ausbau von 16 GW Wind an Land erforderlich. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenden Strategie, die auch die Ausschreibungen für Windenergie- und Photovoltaikanlagen umfasst, welche als zentrale Instrumente der deutschen Energiepolitik gelten. Für detaillierte Informationen zu diesen Entwicklungen besuchen Sie bitte die Seite des BDEW.

Königs Wusterhausen ist somit nicht nur ein regionaler Vorreiter in der Produktion erneuerbarer Energien, sondern steht auch exemplarisch für die großen Fortschritte, die Deutschland in der Energiewende macht. Die Kombination aus innovativen Technologien und der Unterstützung der Gemeinde zeigt, wie lokal umsetzbare Strategien zu einer nachhaltigen Energiezukunft führen können.