Am Donnerstag, dem 12. März 2026, wird im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ in Königs Wusterhausen eine spannende Buchvorstellung stattfinden. Die Autorin Annett Gröschner wird um 19 Uhr ihren Roman „Schwebende Lasten“ präsentieren. Diese Veranstaltung ist Teil der diesjährigen Frauenwoche, die unter dem Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ steht. Die Lesung verspricht, ein tiefes Eintauchen in die weibliche Lebensrealität des 20. Jahrhunderts zu bieten und thematisiert Widerstandskraft sowie moralische Standhaftigkeit von Frauen in herausfordernden Zeiten.

Der Roman handelt von der Protagonistin Hanna Krause, die 1913 geboren wurde und fast das gesamte 20. Jahrhundert erlebte. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von zwei Weltkriegen, zwei Diktaturen, zwei Revolutionen sowie einem Aufstand und politischen Umbrüchen vom Kaiserreich bis zur Demokratie. Hanna bringt insgesamt sechs Kinder zur Welt, verliert jedoch zwei von ihnen und kümmert sich um ihren kranken Mann. Ihr beruflicher Werdegang ist ebenso bemerkenswert: von einer Blumenbinderin entwickelt sie sich zur Kranführerin in einem Schwermaschinenbaubetrieb in Magdeburg, wo sie das Leben aus der Höhe der Werkhalle beobachtet und einen klaren Blick auf Menschen und Verhältnisse behält. Die zentrale Botschaft ihrer Figur ist, anständig zu bleiben, egal wie herausfordernd die Umstände sind.

Ein Blick auf das Werk

„Schwebende Lasten“ ist im Verlag C.H. Beck in München erschienen und umfasst 282 gebundene Seiten. Das Buch kostet 26,00 EUR und hat die ISBN 9783406829734. Jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung einer Pflanze, was Hannas Interesse an Floristik widerspiegelt und die Verbindung zur Natur in ihrem Leben verdeutlicht. Der Roman beleuchtet das Ende des Industriezeitalters und das Leben gewöhnlicher Frauen im Osten Deutschlands, was durch die zahlreichen Kritiken unterstrichen wird.

Feministische Literaturwissenschaft im Kontext

Die Lesung von Annett Gröschner und die Themen, die ihr Roman aufgreift, sind Teil einer breiteren Diskussion innerhalb der feministischen Literaturwissenschaft. Diese Disziplin, die sich mit schreibenden und publizierenden Frauen sowie Frauenliteratur beschäftigt, hat sich seit den 1990er-Jahren institutionalisiert. Feministische Literaturwissenschaftlerinnen setzen sich intensiv mit den Herausforderungen auseinander, die Frauen in der Literatur und der Gesellschaft begegnen. Themen wie „Schriftstellerinnen und Emanzipation“ sowie die Analyse von fiktionalen Frauenfiguren und deren Darstellungen sind zentrale Aspekte dieser Forschungsrichtung.

Die Beziehung zwischen feministischer Literaturwissenschaft und feministischer Linguistik war in den 1980er Jahren eng, und auch heute noch sind die Ansätze zur Sichtbarkeit von schreibenden Frauen von großer Bedeutung. Annett Gröschner trägt mit ihrem Werk zu dieser Sichtbarkeit bei und beleuchtet eindringlich die Lebensrealitäten der Frauen im 20. Jahrhundert. Es bleibt spannend zu beobachten, wie ihre Lesung im Rahmen der Frauenwoche aufgenommen wird und welche Diskurse sie anstoßen wird.

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Für weitere Informationen über die Veranstaltung und das Buch, besuchen Sie bitte die offizielle Webseite oder die Rezensionen auf Perlentaucher.