In der beschaulichen Gemeinde Zeuthen steht ein umstrittener Neubau eines Edeka-Marktes auf der Tagesordnung. Der geplante Standort an der Dorfstraße 8-11 sieht eine Verkaufsfläche von rund 1.727 Quadratmetern vor, was einen Anstieg von 627 Quadratmetern im Vergleich zum bestehenden Markt in Miersdorf bedeutet. Diese Pläne lösen eine rege Debatte aus, in der sich zahlreiche Bürger mit ihren Anliegen zu Wort melden. Ganze 1.400 Bürger haben eine Petition gegen den Bau unterzeichnet, um ihre Sorgen in Bezug auf die Ortsentwicklung klarzustellen. Doch der Seniorenbeirat und Bürgermeister Philipp Martens (Linke) unterstützen den Neubau, da er für die Grundversorgung, besonders älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen, als notwendig erachtet wird, wie maz-online.de berichtet.

Der bestehende Markt an der Dorfstraße erfüllt nicht mehr die Anforderungen an Barrierefreiheit. Der neue Edeka soll nicht nur Platz für den Einkauf bieten, sondern auch Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen, wie ein Café oder einen Imbiss, um Vereinsamung entgegenzuwirken. Bedenklich für viele ist jedoch, dass der Bebauungsplan einen Verlust von 5.648 Quadratmetern Grünfläche mit sich bringt, die für das Stadtklima und als wichtige Umweltfunktion angesehen wird, wie die nag-brandenburg.de unterstreicht.

Daten und Zahlen im Fokus

Mit dem geplanten Neubau werden auch neue Verkehrsanbindungen erforderlich. Anwohner befürchten, dass bis zu fünf große Lkw pro Tag und mindestens 70 PKW pro Stunde zum Markt fahren. Dies könnte die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder in der Nähe von Schulen und Kitas, gefährden. Kritiker der Pläne haben bereits einen gefährlichen Verkehrsknotenpunkt vor der Gemeinde-Bibliothek und den Kindergärten ausgemacht, und fordern zusätzliche Ampelregelungen, um den Verkehr sicherer zu gestalten.

  • Geplante Verkaufsfläche: 1.727 m²
  • Tiefgarage: vorgesehen mit mehreren Parkplätzen
  • Parkplätze: 130 Parkplätze sind eingeplant

Öffentliche Diskussionen und Bürgerengagement

Die heftigen Diskussionen und die anschließenden Sorgen der Bürger wurden auch in der Bürgerinitiative „Wir lieben Miersdorf“ laut, die eine Petition an Bürgermeister Martens und die Gemeindevertretung gerichtet hat. Ziel dieser Petition ist nicht nur die Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch die Verkehrssicherheit im Ort zu gewährleisten. Die Entscheidung über den Bebauungsplan Nr. 142, der die Nutzung der Flächen regelt, wird nach einer öffentlichen Sitzung in der Mehrzweckhalle der Schulstraße 1 am 16. Dezember 2025 getroffen. In diesem Zusammenhang haben SPD und Grüne einen Antrag für eine Bürgerbefragung eingebracht, der jedoch von CDU, Linken und der Fraktion Bürger für Zeuthen abgelehnt wurde.

Bedenken gibt es auch hinsichtlich des Ortsbildes. Die Kritiker befürchten, dass der Neubau die Wahrnehmung der nahegelegenen Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert beeinträchtigen könnte. Ein weiterer Aspekt ist der Verlust der grünen Flächen, die als wichtig für die Umwelt und das Stadtklima angesehen werden. Hier werden angesichts des geplanten 1,6 Hektar großen Gebietes und der zusätzlichen Wohnungen neue Herausforderungen für die Stadtplanung sichtbar, die nicht nur die städtebauliche Entwicklung betrifft, sondern auch das Zusammenleben der Anwohner mit ihren Lebensräumen und der Umwelt im Allgemeinen.

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Die Diskussion rund um den neuen Edeka-Markt in Zeuthen zeigt eindrücklich, wie wichtig Bürgerengagement und offener Dialog in der örtlichen Politik sind. Es bleibt abzuwarten, wie die Gemeinde auf die unterschiedlichen Anliegen reagieren wird und ob eine Lösung gefunden werden kann, die sowohl den Bedürfnissen der Bürger als auch den Auflagen der Bauleitplanung gerecht wird.