In der beschaulichen Gemeinde Zeuthen, gelegen an der Miersdorfer Chaussee, steht eine Verkehrswende an, die insbesondere den Fußgängern und Radfahrern zugutekommen soll. Aktuell herrscht an einer fünffachen Kreuzung, die ohne Ampeln, Fußgängerüberwege oder Mittelinseln auskommt, eine herausfordernde Verkehrssituation. Die Gemeindeverwaltung hat zwar festgestellt, dass hier kein Unfallschwerpunkt besteht, jedoch ist die Verunsicherung unter den Verkehrsteilnehmern spürbar. Besonders nachmittags kommt es häufig zu Staus, die auch Fußgänger und Radfahrer betreffen. Bürgermeister Phillip Martens (Linke) unterstützt die Idee eines Kreisverkehrs, wobei die Landesstraße für den Bau eine Genehmigung des Landes benötigt. Auch die Umwandlung der Elbestraße in eine Sackgasse ist Teil der geplanten Lösung, um den Verkehr von der Kreuzung zu entlasten. Eine Anwohnerin äußerte, dass Unklarheiten über die Verkehrsregeln herrschen, was die Situation nicht gerade verbessert.
Zusätzlich wird an der Friesenstraße am Bahnhof eine 30er-Zone sowie ein zeitlich begrenztes Parkverbot von montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr eingeführt, um die angespannte Verkehrssituation zu entspannen. Auch die Schulstraße, die eine wichtige Verbindung zwischen der Alten Poststraße und der Schillerstraße darstellt, befindet sich im Fokus. Ein Verkehrsaudit hat eine „erhebliche Gefährdungslage“ für Fußgänger und Radfahrer aufgezeigt, weshalb die Gemeindevertretung eine Umwandlung der Schulstraße in eine Fahrradstraße plant, die nur für Anlieger und Fahrradfahrer zugänglich sein soll. Diese Veränderungen finden Unterstützung bei Anwohnern wie der 17-jährigen Schülerin Melina G., die darauf hinweist, dass Radfahrer oft auf den Gehwegen fahren. Jedoch gibt es auch Widerstand, insbesondere von der Bürgerinitiative Schillerstraße, die befürchtet, dass der Verkehr in ihre Straße verlagert wird. Bürgermeister Martens hat betont, dass die Situation dynamisch ist und weitere Gespräche mit den Anwohnern geplant sind.
Verbesserung der Fußgängerbedingungen
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Verkehrsgestaltung Zeuthens ist ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Fußgängerbedingungen, das die Gemeinde gemeinsam mit zwei weiteren Kommunen umsetzt. Der Fokus liegt auf dem Bereich Heinrich-Heine-Straße/Schillerstraße, der als Schulweg und stark befahrener Abschnitt gilt. Der Fußverkehrscheck hat Sicherheits- und Barrierefreiheitsprobleme an Knotenpunkten aufgezeigt, und Verkehrsminister Detlef Tabbert hat die Bedeutung sicherer Fußwege hervorgehoben. Bürgermeister Martens hat klare Ergebnisse und Handlungsbedarf bei sicheren Querungen festgestellt. Eine geplante Maßnahme ist die Installation einer Lichtsignalanlage an der Kreuzung Schillerstraße/Heinrich-Heine-Straße – ein Förderantrag wurde bereits gestellt.
Zeuthen sieht sich zudem steigendem Verkehrsdruck gegenüber, insbesondere auf den Schulwegen. Zu den identifizierten Verbesserungsmaßnahmen zählen zusätzliche Sitzbänke, verbesserte Beleuchtung und neue Beschilderungen. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Trends, der auch in anderen Kommunen zu beobachten ist, wie beispielsweise in Frankfurt (Oder) und Finsterwalde. Der Bund hat im Februar 2025 eine umfassende Fußverkehrsstrategie veröffentlicht, die das Zufußgehen als gleichberechtigte Mobilitätsform stärken und die Lebensqualität in Städten und Gemeinden steigern soll. In dieser Strategie wird auch die Verbesserung der sozialen Teilhabe und Inklusion betont, was besonders in der Planung von Verkehrsinfrastrukturen von Bedeutung ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Fußverkehrsstrategie des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) sieht gesetzliche Anpassungen vor, die die Sicherheit und Infrastruktur für Fußgänger verbessern sollen. Dazu gehören unter anderem die Novellierung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und die Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs. Für das Jahr 2024 stehen 2,5 Millionen Euro für die Fußverkehrsinfrastruktur zur Verfügung. Ein zentraler Aspekt ist die Bürgerbeteiligung an Planungsprozessen, die sicherstellen soll, dass die Bedürfnisse der Fußgänger in der Verkehrsplanung berücksichtigt werden. Regelmäßige Verkehrssicherheitsaudits sowie die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend, um eine sichere und barrierefreie Fußwegestruktur zu schaffen.
Die Entwicklungen in Zeuthen sind somit Teil eines größeren Ansatzes für nachhaltige Mobilität, der nicht nur die Verkehrssicherheit fördert, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. In diesem Kontext wird das Zufußgehen als eine wichtige Mobilitätsform angesehen, die dabei hilft, die Lebensqualität in der Gemeinde zu steigern. Für die Bürgerinnen und Bürger in Zeuthen bleibt es spannend, wie sich die geplanten Maßnahmen auf ihren Alltag auswirken werden.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Zeuthen und zur Fußverkehrsstrategie des Bundesministeriums für Verkehr können Sie die Artikel auf maz-online.de, nag-brandenburg.de und bmv.de nachlesen.