Heute ist der 3.06.2026 und ich sitze hier in Bad Belzig, einem kleinen Ort, der nicht nur durch seine malerischen Landschaften besticht, sondern auch als Ort des Wandels, der Entfaltung und der Selbstfindung dient. Ein wunderbares Beispiel dafür ist der Dokumentarfilm „Drachinzeit – Von Wurzeln und Flügeln“, der bereits 2016 seine Premiere feierte und seither die Herzen vieler Zuschauer berührt hat. Regisseurin Sil Egger hat mit diesem Werk ein ganz besonderes Projekt ins Leben gerufen, das sich mit den Fragen der Identität und Weiblichkeit auseinandersetzt.

Der Film, der eine Laufzeit von 78 Minuten hat und mit einer FSK-Freigabe ab null Jahren ausgestattet ist, begleitet acht mutige Mädchen aus Potsdam: Helene, Amira, Lina, Madi, Holly, Mia, Frida und Lara. Diese jungen Frauen befinden sich auf der Schwelle zur Pubertät und stellen sich Fragen, die viele von uns nur allzu gut kennen – Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wie fühle ich mich in meinem Körper? In der „Drachinzeit“, einem Übergangsritual der Lebensschule Potsdam, haben sie die Möglichkeit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und dabei von erfahrenen Frauen unterstützt zu werden.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Dreharbeiten fanden in beeindruckenden Kulissen statt, unter anderem an der Ostseeküste und auf einem abgelegenen Hof nahe Bad Belzig im Fläming. Hier durften die Mädchen die Natur hautnah erleben – sie haben in Zelten übernachtet, selbst gekocht und gelernt, wie man Wasser holt. Diese Erlebnisse sind nicht nur lehrreich, sie fördern auch die persönliche Entwicklung und den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Am Ende wird das Ganze mit einem feierlichen Abschlussfest gekrönt, das als symbolischer Abschied von der Kindheit dient. Ein bewegender Moment, der jedem im Saal unter die Haut geht.

Die filmische Umsetzung ist beeindruckend schlicht, ohne kommentierende Musik oder Voiceovers, was den Fokus auf die Präsenz und Stille legt. Man spürt förmlich die Unmittelbarkeit der Erlebnisse – die ehrlichen Zeugnisse der Mädchen sind berührend und authentisch. In den Kritiken wird jedoch auch auf die Grenzen des Films hingewiesen: einige Sequenzen dehnen sich, ohne dass neue Erkenntnisse gewonnen werden. Trotzdem bleibt der Eindruck eines ehrlichen und lebendigen Dokumentarfilms, der eine wichtige Thematik behandelt.

Ein Film mit Message

Die Drachinzeit ist mehr als nur ein Ritual; sie ist ein Weg, um Mädchen auf ihrem Weg zur Selbstfindung zu unterstützen. Kathrin Raunitschka, die Initiatorin dieses Projekts, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess zu begleiten und den Mädchen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich entfalten können. Die Weltpremiere in Johannesburg auf dem Rapid Lion International Film Festival und die weiteren Festivalteilnahmen in Lissabon, Israel, Georgien und Los Angeles sind ein Beweis für die universelle Relevanz dieser Themen.

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Der Film lädt uns ein, über die Herausforderungen nachzudenken, die mit dem Erwachsenwerden verbunden sind. In einer Zeit, in der junge Frauen oft mit unrealistischen Schönheitsidealen und Identitätsfragen konfrontiert werden, bietet „Drachinzeit“ eine erfrischende Perspektive. Es ist ein Film, der nicht nur die Mädchen selbst, sondern auch uns Zuschauer zum Nachdenken anregt.

In einer Welt, die sich ständig verändert, ist die Suche nach Identität ein zentrales Thema, das viele von uns in unterschiedlichen Lebensphasen beschäftigt. „Drachinzeit“ könnte ein Anstoß sein, sich intensiver mit diesen Fragen auseinanderzusetzen – nicht nur im geschützten Raum der Drachinzeit, sondern auch im alltäglichen Leben. Die Kraft der Gemeinschaft und die Unterstützung von Frauen für Frauen – das ist es, was diesen Film so wertvoll macht.