Die Bienen stehen in Deutschland unter Druck. Immer mehr Menschen halten sich in ihren Gärten Honigbienen, und das nicht ohne Grund. Schließlich sind diese fleißigen Insekten für die Bestäubung von Pflanzen unerlässlich. Doch der Naturschutzbund Nabu schlägt Alarm: Sie warnen vor den Gefahren einer unüberlegten privaten Bienenhaltung. Laura Breitkreuz, Referentin beim Nabu, stellt klar, dass viele Hobbyimker die private Haltung von Honigbienen fälschlicherweise mit echtem Naturschutz gleichsetzen. Dabei können die Honigbienen, so wichtig sie auch sind, wildlebende Bienenarten beeinträchtigen.

Bevor man sich also ein Bienenvolk anschafft, sollte man sich darüber im Klaren sein, was man eigentlich möchte. Geht es um die süße Honigproduktion oder doch eher um den Umweltschutz? Für Letzteres sind zusätzliche Naturschutzmaßnahmen nötig, und es gilt, die Umgebung bienenfreundlich zu gestalten. Breitkreuz hebt hervor, dass es wichtig ist, mehr Blüten zu pflanzen, um Konkurrenz um Pollen und Nektar zu verringern. Und das geht am besten mit heimischen Pflanzen und geeigneten Nistplätzen – zum Beispiel Totholz oder offene Bodenflächen. Solche Maßnahmen sind für den Erhalt der Artenvielfalt unerlässlich.

Die Sicht der Imker

Der Deutsche Imkerbund sieht das Ganze etwas gelassener. August-Wilhelm Schinkel erklärt, dass es keine grundsätzliche Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen gibt. In Deutschland leben rund 600 verschiedene Bienenarten, die unterschiedliche Pflanzen und Blühzeiten nutzen. Das ist ein ganz schöner Blumenstrauß, wenn man so will! Dennoch zeigt die Realität, dass die Zahl der Honigbienenvölker in den letzten Jahrzehnten gesunken ist. Aktuell gibt es etwa eine Million Honigbienenvölker in privater Haltung – 1951 waren es noch etwa zwei Millionen. Ein deutlicher Rückgang, der zeigt, dass wir hier nicht einfach so weitermachen können.

Doch nicht alle Imker sind gleich. Detlef Käpnick, ein Hobbyimker aus Brandenburg, hält seit vier Jahren Bienen und hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Sein Garten ist ein wahres Paradies für Bienen – er hat ihn mit verschiedenen Pflanzenarten gestaltet und Rückzugsmöglichkeiten für Wildbienen geschaffen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn besonders in städtischen Gebieten kann es zu einer ungewollten Konkurrenz zwischen den Bienen kommen. In ländlichen Regionen hingegen ist die Konkurrenz weniger problematisch.

Der Schutz der Bienen

Ein weiterer Aspekt, der nicht vergessen werden darf, ist der rechtliche Schutz der Bienen. Alle Wildbienenarten sind gemäß der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das bedeutet, dass sie nicht gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen, und das Zerstören von Nestern ist ebenfalls untersagt. Auch die Honigbienen dürfen nicht bekämpft werden – sie sind Teil unserer Kulturlandschaft und tragen zur Bestäubung bei. Die Bienenschutzverordnung, die bereits 1992 in Kraft trat, regelt den Einsatz von bienengefährlichen Pflanzenschutzmitteln, um die Tiere zu schützen.

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Bienen sind faszinierende Geschöpfe, aber der Umgang mit ihnen erfordert auch ein gewisses Maß an Wissen. Nervöses Herumschwirren kann Bienen signalisiert, dass sie sich bedroht fühlen. Und während Wildbienen in der Regel nicht aggressiv sind und ihre Nester verteidigen, kann ein Bienenstich für die Honigbiene tödlich enden. Nach einem Stich sollte man sich ruhig und zügig von anderen Bienenansammlungen entfernen, um keine weiteren zu provozieren. Wenn ein Schwarm auftritt, ist es ratsam, einen Imker zu verständigen, der sich um die friedlichen Insekten kümmern kann.

Die Bienenhaltung ist also ein spannendes, aber auch heikles Thema. Es liegt an uns, Verantwortung zu übernehmen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um sowohl die Honigbienen als auch die Wildbienen zu schützen – für eine blühende und vielfältige Zukunft.