Konflikt und Hoffnung: Theaterstück „Jerusalem/Al Quds“ erleuchtet Kleinmachnow
Wem der Sinn nach packender Theaterkunst steht, der sollte sich am 17. Januar um 19:00 Uhr im Kult-Raum am Zehlendorfer Damm 200 in Kleinmachnow einfinden. Dort wird das Stück „Jerusalem/Al Quds“ von Ismaël Saidi aufgeführt. Die Inszenierung von Sabine Wiedemann beschäftigt sich intensiv mit den jüdischen und muslimischen Perspektiven in Ost-Jerusalem und verspricht, dem Publikum ein bewegendes Erlebnis zu bieten. Die Schauspieler Sharon Kotkovsky und Jalal Mando übernehmen die Hauptrollen und bringen die komplexe Handlung auf die Bühne.
Das Stück handelt von einer jungen Kanadierin jüdischen Glaubens, die durch ein gerichtliches Urteil in den Besitz des Hauses ihrer Großmutter in Ost-Jerusalem kommt. Problematisch wird es jedoch, als sie erfährt, dass eine muslimische Familie seit Jahrzehnten in diesem Haus lebt. An diesem Tag, der den Beginn der Hausübergabe markiert, entspinnt sich ein Konflikt zwischen Delphine, gespielt von Kotkovsky, und Shahid, dargestellt von Mando. Hier werden alte Geister der Vergangenheit lebendig, die das Haus zu einem Symbol für Sehnsucht, Verlust, Schmerz und Hoffnung machen.
Interkulturelles Engagement
Das Theaterstück wird vom Verein „ESCALA e.V. – Kunst und Kultur im interkulturellen Kontext“ veranstaltet, der 2022 in Potsdam gegründet wurde. Ziel des Vereins ist es, durch Theaterprojekte und kulturelle Aktionen Toleranz und interkulturelles Verständnis zu fördern. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Ländern und setzen sich aus professionellen Künstlern und Amateuren zusammen, die ein gutes Händchen für die Verbindung von Kunst und sozialer Botschaft haben.
Diese Aufführung steht nicht nur für eine künstlerische Darbietung, sondern auch für einen Dialog zwischen den Kulturen. Wie in einem Blogbeitrag des Jüdischen Museums erläutert wird, sind jüdisch-muslimische Begegnungen von Bedeutung für ein harmonisches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. Diese Botschaft wird eindrucksvoll durch die Thematik des Stücks unterstrichen: Es geht darum, trotz Unterschiedlichkeiten und ambivalenter Gefühle den Austausch zu fördern und Verständnis füreinander zu entwickeln, was für die Gesellschaft von großer Wichtigkeit ist.
Ein Blick in die Handlung
„Jerusalem/Al Quds“ führt die Zuschauer auf eine historische Reise von den schrecklichen Ereignissen des Warschauer Ghettos bis hin zu den arabischen Aufständen in Tiberias. Alte Geschichten über Ruth und ihren Vorfahren Alqodsi werden erzählt, die im Schatten der Angst und des entbehrten Lebens stehen. Ismaël Saidi gelingt es, diese emotionalen Erzählungen mit einem feinen, humorvollen Schreibstil zu kombinieren, um die Schmerzen durch Lachen, aber auch durch die menschliche Wärme im Stück zu lindern. Das Stück dauert 1 Stunde und 15 Minuten und stellt die Frage, wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt.
Das Theaterprojekt ist ein weiterer Schritt in der Reihe von Initiativen, die sich mit der Wiederbegegnung der Kulturen auseinandersetzen. In einem Bahnhofsviertel, wo unterschiedliche Gemeinschaften aufeinandertreffen, hat Toleranz oberste Priorität. Die Berichte aus der Nachbarschaft zeigen, dass das Zusammenleben von Juden und Muslimen nicht nur möglich, sondern auch bereichernd ist. Dort wird der Respekt und die Unterstützung zwischen den Kulturen großgeschrieben.
Die Aufführung „Jerusalem/Al Quds“ wird gewiss für viele Denkanstöße sorgen und lädt dazu ein, sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und dem Dialog zwischen verschiedenen Kulturen zu begeben. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, Teil dieses interkulturellen Theaters zu sein!
Für weitere Informationen zur Aufführung und dem Engagement des Vereins „ESCALA e.V.“ besuchen Sie Stadtblatt Online, Theatre Z Moi oder Jüdisches Museum.
