Magnetsturm entfesselt spektakuläre Polarlichter über Stahnsdorf!
Gestern Abend war der Himmel über Brandenburg in ein spektakuläres Farbspiel getaucht. Ein starker Sonnensturm traf das Erdmagnetfeld und sorgte für beeindruckende Polarlichter, die an vielen Orten sichtbar waren. Der Kp-Index erreichte einen hoch bemerkenswerten Wert von 8,67 auf der Skala von 1 bis 9, was diesen Sturm zu einem der intensivsten in jüngster Zeit macht. Fotograf Mario Kacner kehrte gerade von einer Polarlicht-Expedition in Tromsø, Norwegen, zurück, und erlebte die Naturwunder hautnah.
Der Mond stand am Himmel in einem Neumondstadium, was die Sichtbedingungen zusätzlich begünstigte. Gegen 23:00 Uhr begann das Schauspiel und gegen Mitternacht wurden grüne und rote bis violette Lichter im Norden sichtbar. Solche Phänomene sind normalerweise auf die Polarregionen beschränkt, doch dieser Sturm sorgte dafür, dass Polarlichter sogar in Deutschland und Teilen Europas sichtbar waren. Am Dienstag können die Farben auch in Kanada und den USA bewundert werden, da die Teilchen des Sonnensturms sich weiter ausbreiten werden.
Was verursachte das Farbspiel?
Ein koronaler Massenausbruch (CME) auf der Sonne, der mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.660 km/s durch den Weltraum raste, war für diesen beeindruckenden Anblick verantwortlich. Diese explosiven Ereignisse treten häufig während der Hochphasen der Sonnenaktivität auf und haben das Potenzial, das Weltraumwetter erheblich zu beeinflussen. Heftige KMA sind nicht nur schön anzusehen, sie können auch Satelliten beschädigen und technische Störungen verursachen. Laut news.de könnte es bei Kurzwellenfunk und Luftfahrtkommunikation in abgelegenen Gebieten zu Beeinträchtigungen kommen, auch wenn kein großflächiger Stromausfall zu erwarten ist.
Das britische Met Office hat sogar eine gelbe Weltraumwetter-Warnung herausgegeben, die bis zum späten Abend des 21. Januar gültig ist. Experten warnen, dass die Sichtbarkeit der Polarlichter stark von den Wetterbedingungen und der Dunkelheit abhängt.
Ein Blick zurück
Die Raumsonde SOHO beobachtet seit 1995 koronale Massenauswürfe. Bei diesen Ausbrüchen strömen große Blasen aus magnetischem Plasma ins All. Die bisher schnellsten CME wurden mit Geschwindigkeiten von bis zu 3.500 km/s gemessen, die Erde wurde jedoch beim letzten Mal verfehlt. Der aktuelle Ausbruch ist ein guter Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Jahren, während der nächsten Sonnenzyklushochsaison, erwarten könnte.
So können wir also angeschnallt bleiben, während sich die Sonnenaktivität entwickelt und uns weiter mit diesen wunderbaren Lichtspielen am Himmel überrascht. Wer also die Gelegenheit hat, heute Abend nach oben zu schauen, könnte noch ein letztes Mal die Farbenpracht der Polarlichter bestaunen, denn der Kp-Index bleibt bis auf weiteres spannend.
Für diejenigen, die noch mehr über die Hintergründe der Sonnenaktivitäten erfahren möchten, liefert starobserver.org interessante Informationen über koronale Massenauswürfe und deren Auswirkungen auf unser Weltraumwetter.
Bleiben Sie gespannt und halten Sie Ausschau nach dem nächsten himmlischen Schauspiel!
