Tag des offenen Rathauses in Spandau: Ein Schritt zur Bürgernähe und Transparenz
Am 4. Juli 2023 fand im Rathaus Spandau der erste „Tag des offenen Rathauses“ statt. Dieses historische Gebäude, das über 100 Jahre alt ist und mit seinen 80 Metern das höchste in Spandau, öffnete seine Türen für die Bürgerschaft. Bürgermeister Frank Bewig (CDU) stellte klar, dass es sich hierbei nicht um ein Volksfest handelt, sondern um ein Fest für die Bürgerinnen und Bürger, um die Arbeit des Bezirksamtes transparent zu machen und Informationen über die Verwaltung bereitzustellen. Rund 2000 Mitarbeiter des Bezirksamtes präsentierten an Bühnen und Ständen ihre Tätigkeiten und erklärten, wie die Verwaltung funktioniert. Partnerstädte aus Frankreich, Israel und der Türkei waren ebenfalls eingeladen, um internationale Beziehungen zu stärken und den interkulturellen Austausch zu fördern. Weitere Informationen können in einem Artikel des Tagesspiegel nachgelesen werden.
Bürgermeister Bewig, der seit dem 29. März 2023 im Amt ist, sprach auch über die Herausforderungen, vor denen das Bezirksamt steht, darunter der Generationenwechsel und die Notwendigkeit, die digitale Kommunikation zu verbessern. Diese Punkte sind besonders relevant, da ein Behördenstandort an der Klosterstraße, auch als „Hohler Zahn“ bekannt, bevorsteht, abgerissen zu werden. Spandau hat seit Jahren nach finanziellen Mitteln für einen Neubau am Standort der alten Bibliothek in der Seegefelder Straße gesucht, jedoch fehlt es bislang an Geld vom Land.
Ein Schritt zur Bürgernähe
Der „Tag des offenen Rathauses“ soll nicht nur ein einmaliges Ereignis bleiben. Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung, darunter ein „Tag der offenen Tür“ im Rathaus für 2026, dessen Konzeptionsphase bereits läuft. Bewig hat auch Pläne für eine stärkere Bürgerbeteiligung, die in vielen Kommunen thematisiert wird, jedoch oft nicht ausreichend umgesetzt. Die Bemühungen um Transparenz im Rathaus Spandau zielen darauf ab, die Bürger stärker in die kommunalen Abläufe einzubeziehen.
Interessanterweise gibt es auch in anderen Städten Deutschlands Ansätze zur direkten Bürgerbeteiligung, wie den „Omnibus für Direkte Demokratie“, der seit 1987 unterwegs ist, um das Mitbestimmungsrecht der Bürger zu fördern. In Bochum beispielsweise werden Bürger durch Zufallsauswahl zu kommunalen Diskussionen eingeladen, was zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Stadtrat und Bürgern ist. Diese Formate könnten auch als Vorbild für Spandau dienen, um die Bürgerbeteiligung weiter zu stärken.
Ausblick auf die Zukunft
Die nächste Wahl in Spandau ist für den 20. September 2026 angesetzt, wobei der SPD-Stadtrat Gregor Kempert seine Kandidatur angekündigt hat. Währenddessen wird das Bezirksamt, unterstützt von der Bezirksverordnetenversammlung, die aus 55 ehrenamtlichen Politikern besteht, weiter an der Bewältigung der modernen Verwaltungsherausforderungen arbeiten. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen und ihre Stimme zu erheben, um den Stadtteil Spandau gemeinsam zu gestalten.
