Heute ist der 8.06.2026 und wir blicken auf die spannende Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus zurück. Dort hat Marco Beckendorf, der 44-jährige Bürgermeister von Wiesenburg/Mark, Landkreis Potsdam-Mittelmark, das Wort ergriffen. Er ist ein Mitglied der Linken und hat mit leidenschaftlichen Worten über die geplante Internationale Bauausstellung (IBA) gesprochen. Beckendorf schlägt vor, ein altes Sägewerk in Bahnhofsnähe als „IBA-Hub“ zu nutzen – eine Idee, die frischen Wind in die Diskussion bringt!
In Wiesenburg sieht man sich mit einem dramatischen Bevölkerungsverlust konfrontiert. Viele „Transformationsorte“ stehen leer und warten darauf, revitalisiert zu werden. Beckendorf betont immer wieder, wie wichtig eine gemeinwohlorientierte Entwicklung ist. Zusammenarbeit mit Vereinen und Genossenschaften soll dabei im Vordergrund stehen. Die IBA ist für den Zeitraum von 2034 bis 2037 geplant, wobei eine Erweiterung nach Brandenburg in den aktuellen Plänen nicht vorgesehen ist. Das hat auch die Stadtentwicklungssenatorin Christian Gaebler (SPD) zur Sprache gebracht, die den Fokus auf den Berliner S-Bahn-Ring und die urbane Transformation legt.
Ein Blick auf das große Ganze
Doch nicht alle sind überzeugt. Michael Efler, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linkspartei, hat die Gebietskulisse scharf kritisiert und warnt vor Prestigeprojekten, die nicht den Bedürfnissen der Menschen vor Ort dienen. Er schlägt stattdessen vor, das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) als IBA-Projekt zu berücksichtigen. Andreas Otto von den Grünen fordert eine umfassende IBA, die Themen wie Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz in den Mittelpunkt rückt und die gesamte Metropolregion einbezieht.
Ein spannender Vorschlag kam auch von Sebastian Wagner, dem Vorsitzenden des Architekten- und Ingenieurvereins Berlin-Brandenburg. Er möchte das Ringkonzept um einen Brandenburger Städtering erweitern. Gaebler hat jedoch klargemacht, dass die IBA kein „Mischwarenladen“ sein soll und hat dem SEZ als IBA-Projekt eine Absage erteilt. Man kann sich vorstellen, wie hitzig die Diskussionen da waren!
Holz als Schlüssel zur Transformation
Die IBA 2034–37 verfolgt das Ziel einer urbanen Transformation der gebauten Stadt. Hier wird auf Bestandserhalt, Umnutzung und Nachverdichtung gesetzt. Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist der Holzbau. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: geringes Gewicht, hohe serielle Vorfertigung, reduzierte Bauzeiten, und weniger Verkehr sowie Baustellenlärm! Die Metropolregion Berlin-Brandenburg hat einen wahren Schatz an ungenutzten Holzressourcen, vor allem die märkische Kiefer steht bereit, um in neue Wohnräume verwandelt zu werden.
Ein weiteres Ziel der IBA ist die langfristige Kohlenstoffspeicherung und die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Die Idee, Holz als nachwachsenden Rohstoff zu nutzen, könnte das Ganze noch nachhaltiger machen. Zahlreiche Betriebe in der Region sind bereits erfolgreich dabei, Kiefer in Wohnraum zu verwandeln. Es ist also ein klarer Aufruf, den klimagerechten Waldumbau zu unterstützen und gleichzeitig Wohnraum zu schaffen.
Beckendorf hat den Wunsch geäußert, Wiesenburg als Underdog in der IBA-Diskussion erfolgreich zu positionieren. Und wer weiß, vielleicht wird diese kleine Gemeinde bald im Scheinwerferlicht stehen und zeigen, wie viel Potenzial in ihr steckt! Wer sich für die IBA interessiert, sollte die Auftaktausstellung am 30. Juni in der Alten Feuerwache am Flughafen Tempelhof im Auge behalten. Da wird sicher viel geboten!