Die Eule, die unsere Natur schützt – Sonderausstellung in Potsdam!
Am 11. Dezember 2025 wird im Naturkundemuseum Potsdam eine ganz besondere Sonderausstellung eröffnet, die sich mit einem Symbol von großer Bedeutung für den Naturschutz beschäftigt: der schwarzen Eule auf gelbem Grund. Vor 75 Jahren erfanden Erna und Kurt Kretschmann aus Bad Freienwalde dieses Zeichen, das nicht nur als offizielles Schild für geschützte Natur dient, sondern auch die Geschichte des Naturschutzes in der DDR verkörpert. Die Ausstellung rückt das Leben des berühmten Erfinderpaares in den Fokus und thematisiert die Entwicklung und Verbreitung des Eulensymbols bis in die heutige Zeit.
Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr und wird von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und Museumsdirektor Dr. Jobst Pfaender eröffnet. Die Gäste können sich auf spannende Redebeiträge von Prof. Michael Succow sowie den Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Forster freuen. Zudem wird die musikalische Begleitung durch Bettina Mros an der Violine die Eröffnung bereichern. Um an der Veranstaltung teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung bis zum 8. Dezember 2025 erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. Interessierte können sich unter naturkundemuseum@rathaus.potsdam.de oder telefonisch unter 0331 289-6707 anmelden.
Ein Blick auf Kurt Kretschmann
Kurt Kretschmann, geboren am 2. März 1914 in Berlin, gilt als „Nestor des Naturschutzes in der DDR“. Sein Einfluss auf den Naturschutz in der ehemaligen DDR reicht weit zurück: 1950 entwarf er das Logo der schwarze Waldohreule, welches 1954 offiziell eingeführt wurde und seither als Symbol für Natur- und Landschaftsschutzgebiete verwendet wird. Die bekannteste Form des Logos zeigt die Eule auf einem fünfeckigen Schild, das 1971 rechtlich anerkannt wurde.
Kretschmann wuchs bei seinen Großeltern in Berlin auf und hatte eine bewegte Jugend, die ihn schließlich in die Naturschutzbewegung führte. Ab 1946 war er als Wanderleiter im Oberbarnim tätig und setzte sich aktiv für den Naturschutz ein. Sein Engagement führte ihn zur Gründung der Lehrstätte für Naturschutz „Müritzhof“ und der Arbeitsgruppe „Weißstorch“. Zu seinen Verdiensten zählt auch die Initiative zum Schutz bedrohter Tierarten.
Ein Zeichen des Wandels
Die Wahl der Eule als Symbol war nicht zufällig, denn Kretschmann wollte dem abergläubischen Image des „Totenvogels“ entgegenwirken und das Schutzbedürfnis dieses Tieres unterstreichen. Der Verlust der natürlichen Lebensräume und der Anstieg bedrohter Arten forderte in der DDR ein starkes Engagement, welcher auch durch Gesetzgebung, wie dem ersten Naturschutzgesetz am 4. August 1954, unterstützt wurde.
Die Eule selbst wurde zum Wahrzeichen des Naturschutzes und erfreut sich bis heute großer Bekanntheit. Nach der Wiedervereinigung wurde beschlossen, das Eulensymbol in der ehemaligen DDR weiterhin zu verwenden. Kretschmann erhielt für seinen unermüdlichen Einsatz zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Johannes-R.-Becher-Medaille und den Umweltpreis des Landes Brandenburg. Mit seiner Frau Erna, die seine Veröffentlichungen redigierte und ebenfalls eng in den Naturschutz eingebunden war, bildete er ein kreatives und engagiertes Duo.
Für alle Naturschutzinteressierten und Geschichtsliebhaber wird die Sonderausstellung im Naturkundemuseum Potsdam ein echtes Highlight, das nicht nur an die Verdienste der Kretschmanns erinnert, sondern auch ein starkes Zeichen für den Naturschutz setzt. Weitere Informationen zur Ausstellung sind auf der Website der Stadt Potsdam zu finden, die auch das wichtige Erbe von Kurt Kretschmann im Kontext des Naturschutzes thematisiert. Potsdam.de berichtet, dass … sowie Wikipedia über das Leben von Kurt Kretschmann und das Bundesumweltministerium zur Naturschutzgeschichte in der DDR.
