Heute ist der 23.06.2026, und wir blicken auf ein bemerkenswertes Projekt in Premnitz, das seit 17 Jahren für viele Schüler von großer Bedeutung ist. Der AWO „Ketchup-Club“ hat sich als zuverlässige Anlaufstelle für Kinder etabliert, die ohne Brotbüchse in die Schule kommen. Hier wird ein kostenloses Frühstück angeboten, das alles beinhaltet, was der kleine Magen am Morgen braucht: Stullen, Cornflakes und Tee. In der ersten Frühstückspause können bis zu 130 Kinder dieses Angebot wahrnehmen und damit gut in den Schultag starten. Das ist nicht nur eine nette Geste, sondern ein echter Lichtblick für viele Familien.

Die finanzielle Situation ist allerdings alles andere als rosig. Die Kosten für Personal und Lebensmittel beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 27.000 Euro. Die Mehrheit dieser Ausgaben wird durch die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt getragen, während die Stadt Premnitz jährlich 1.200 Euro beisteuert. Dazu kommen etwa 2.500 Euro, die durch Spenden von Unternehmen und Privatpersonen gesammelt wurden. Ein weiterer Dämpfer: Um die Kosten im Griff zu behalten, wurde im Jahr 2023 eine von zwei Minijob-Stellen gestrichen. Annett Schröder, die das Frühstücksangebot leitet, bewirtet bis zu 100 von insgesamt 385 Schulkindern – allein!

Ein starkes Team in schwierigen Zeiten

Die Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung blieb bisher erfolglos. Das ist wirklich schade, denn das Engagement von Freiwilligen könnte eine große Hilfe sein. Schulleiter Jens Martin hat mehrfach betont, wie wichtig das Frühstück für die Schüler ist. Viele Familien können sich das Essensgeld von 3,70 Euro pro Mahlzeit nicht leisten. Hier wird deutlich, wie sehr der „Ketchup-Club“ gebraucht wird, um Kindern die Möglichkeit zu geben, mit vollem Bauch zu lernen und zu wachsen.

Interessanterweise hat der „Ketchup-Club“ seine Wurzeln in einem anderen sozialen Projekt: Früher organisierte die Premnitzer AWO-Kindersozialstation KISY unter dem gleichen Namen kostenloses Mittagessen für bedürftige Kinder. Seit 2013 wird das Projekt unter dem AWO-Bezirksverband Potsdam geführt, und der Fokus hat sich auf ein kostenloses Frühstück verschoben. Das ist durchaus bemerkenswert, denn es zeigt, wie flexibel und anpassungsfähig soziale Projekte sein können.

Mit einem kleinen, aber engagierten Team versucht Annett Schröder, die Herausforderung täglich zu meistern. Wer weiß, vielleicht entdeckt jemand in der Umgebung die Begeisterung, einen Beitrag zu leisten? Der „Ketchup-Club“ bietet nicht nur eine Mahlzeit, sondern auch eine Gemeinschaft, die den Kindern das Gefühl gibt, dass sie nicht allein sind. Wenn man durch die Grundschule Am Dachsberg an der Karl-Marx-Str. 15 in Premnitz schlendert, spürt man die Bedeutung dieses Projekts für die kleinen, hungrigen Seelen.

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Wer sich für das Projekt interessiert oder helfen möchte, kann sich direkt an Annett Schröder vor Ort oder an Frau Franziska Löffler vom Trägerverein AWO Potsdam wenden. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Kinder auch weiterhin gut versorgt werden und mit einem Lächeln in den Schultag starten können.