Am vergangenen Samstag wurde in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam ein spannender Wettstreit um die besten Vorleser der Stadt ausgetragen. Der Kreisentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs, einer der größten und ältesten Leseförderaktionen Deutschlands, brachte insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen zusammen, um ihr Talent unter Beweis zu stellen. In diesem Jahr konnten sich Anton Rosenthal von der Neuen Grundschule und Hendrik von der Karl-Foerster-Grundschule die Titel der besten Vorleser Potsdams sichern. Sie werden die Stadt beim bevorstehenden Bezirksentscheid im März und April 2026 vertreten. Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels organisiert und zieht jährlich rund 600.000 Teilnehmer an.

Die Teilnehmenden hatten die Aufgabe, zunächst einen drei Minuten langen Auszug aus einem selbst gewählten Werk zu präsentieren, gefolgt von einem zwei Minuten langen Vortrag aus einem unbekannten Text. Die Jury bestand aus namhaften Persönlichkeiten, darunter Nora Hoch, Dramaturgin und Autorin, sowie Sabine Röttig, Literaturwissenschaftlerin an der Uni Potsdam. Alle 24 Teilnehmenden erhielten nicht nur eine Urkunde, sondern auch den Roman „Rocky Winterfeld – Ziemlich neben der Spur“ von Marie Hüttner. Anton und Hendrik wurden zusätzlich mit einer Siegerurkunde ausgezeichnet.

Weitere Gewinner und interessante Aspekte

Doch nicht nur Anton und Hendrik konnten sich freuen. Auch Charlotte Hapke von der Grundschule Am Pappelhain und Mailina Kerkow von der Eisenhart-Schule wurden als beste Vorleserinnen Potsdams gekürt. Charlotte las aus „Magic Agents“ von Anja Wagner, während Mailina einen Auszug aus „Kannawoniwasein!“ von Martin Moser vortrug. Beide Gewinnerinnen dürfen ebenfalls am Bezirksentscheid teilnehmen, dessen Datum jedoch noch nicht festgelegt ist. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr in einer Atmosphäre voller Lesefreude statt, was von der Organisatorin Josephine Heintsch hervorgehoben wurde.

Der Vorlesewettbewerb ist nicht nur ein spannender Wettkampf, sondern auch ein wichtiges Projekt zur Leseförderung. Es bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Lesekompetenz zu stärken und die Freude am Lesen zu entdecken. Der kommende Bundesfinale findet im Juni 2026 in Berlin statt, wo die besten Vorleser aus ganz Deutschland gegeneinander antreten werden. Der Wettbewerb startet im Oktober 2025, und bereits jetzt sind die Schulen aufgerufen, sich zu beteiligen. Der bundesweite Meldeschluss für die Schulsiegerinnen ist der 15. Dezember 2025.

Die Bedeutung der Leseförderung

Die Leseförderung ist in Deutschland von großer Bedeutung, besonders vor dem Hintergrund des „Nationalen Bildungsberichts 2023“, der zeigt, dass über 25% der Grundschulabsolventinnen Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen haben. Der Vorlesewettbewerb leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Lesekompetenz. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Kinder aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien oft unterrepräsentiert sind. Daher ist es wichtig, dass Schulen und Eltern zusammenarbeiten, um die Lesemotivation und die Teilnahme an solchen Wettbewerben zu fördern.

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Wie die verschiedenen Bundesländer zeigen, gibt es regionale Unterschiede in der Lesekompetenz und der Teilnahmequote. Die Teilnahme am Vorlesewettbewerb hat nachweislich langfristige positive Effekte auf die Lesemotivation der Kinder. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung sowie die Schirmherrschaft des Bundespräsidenten verdeutlichen die gesellschaftliche Relevanz dieses Wettbewerbs. Weitere Informationen sind unter www.vorlesewettbewerb.de abrufbar.