Am 15. Juli 2025 fand im Gesundheitsamt Potsdam ein Impfaktionstag statt, der auf breites Interesse stieß. Von 9 bis 18 Uhr konnten alle Anwohner:innen, insbesondere Jugendliche und deren Eltern, wertvolle Informationen und diverse Impfungen in Anspruch nehmen. Der Anlass sollte die Bürger:innen zu einem proaktiven Umgang mit ihrem Impfstatus ermuntern, insbesondere angesichts der alarmierenden Impfquoten in Brandenburg. Alle Interessierten waren herzlich eingeladen, zum Impfstandort an der Berliner Straße 150a zu kommen, und das Beste: Viele der angebotenen Impfdosen konnten sogar ohne vorherige Terminvereinbarung erhalten werden.

Wie das Potsdam.de berichtet, lag ein besonderes Augenmerk auf der HPV-Impfung, da diese vor verschiedenen Krebsarten schützt. Die Unterstützung durch Frauenarztpraxen in Potsdam und Umgebung sorgte für zusätzliche Beratung und Information. Wer sein Impfbuch oder seine Krankenkassenkarte mitbrachte, konnte seine Impfungen überprüfen lassen und gegebenenfalls auffrischen. Sogar Menschen ohne Krankenversicherung waren herzlich willkommen.

Impfstatus und Herausforderungen

<p„Besonders die Impfquoten bei Kindern zeigen sich besorgniserregend. So liegt die vollständige Impfrate bei 15-jährigen Mädchen in Brandenburg bei nur 67,2 % und bei 15-jährigen Jungen sogar nur bei 44,5 %. Viele wissen nicht, dass sie für den kompletten Schutz der HPV-Impfung zwei Dosen benötigen. Und das, obwohl die Standing Committee on Vaccination (STIKO) die Impfung ab dem 9. Lebensjahr empfiehlt und die Kosten bis zum 18. Geburtstag von den Krankenkassen übernommen werden“, erklärt Amtsärztin Kristina Böhm. Die Zahlen sind nicht nur lokal, sondern auch bundesweit alarmierend. Nur 55 % der 15-jährigen Mädchen und 34 % der Jungen in Deutschland sind vollständig gegen HPV geimpft. Diese festgestellten Impflücken stellen ein Risiko für die anstehende Herdenimmunität dar, die in diesen Zeiten umso wichtiger ist.

Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben dazu beigetragen, dass weniger Arzt-Kontakte und Vorsorgeuntersuchungen stattfanden. Der Vertrauensverlust in die Impfungen, gekoppelt mit unzureichender Kommunikation, hat dazu geführt, dass viele Menschen zögern, sich impfen zu lassen. Zudem ist die Zunahme von Geflüchteten in Deutschland mit oftmals lückenhaftem Impfstatus eine Herausforderung für das Gesundheitssystem und hebt die Dringlichkeit von Impfaktionen hervor.

Die Notwendigkeit von Impfungen

Ein tragischer Fall eines zehnten Jungen aus dem Havelland, der an Diphtherie starb, zeigt, wie wichtig Impfungen sind. In Deutschland ist die Zahl der Diphtherie-Infektionen zwischen 2022 und 2025 auf 126 angestiegen. Es ist unumgänglich, dass Eltern und Erziehungsberechtigte die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder ernst nehmen.

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Das Gesundheitsamt in Potsdam bietet weiterhin niederschwellige Impfangebote, um die Bevölkerung bestmöglich zu unterstützen. “Wir möchten alle ermutigen, sich über Impfungen zu informieren und deren wichtige Rolle in der Gesundheitsvorsorge zu verstehen”, so Böhm. Der Impfaktionstag war ein Schritt in die richtige Richtung, doch bedarf es aller Kräfte, um endlich die gewünschten Impfquoten zu erreichen. Außerdem muss das Gesundheitssystem dringend auf digitale Lösungen umgestellt werden, um den alten Papier-Impfpass als veraltet abschaffen zu können.

Die kommenden Impfangebote könnten der Schlüssel sein, um das Vertrauen in Impfungen wiederherzustellen und die Bevölkerung zu motivieren, aktiv für ihre Gesundheit zu sorgen.