Schüsse auf Spätkauf: Potsdam in Aufruhr
In Potsdam ist es wieder zu einem schockierenden Vorfall gekommen. Schüsse auf einen Spätkauf, genauer gesagt auf den „Spätkauf 63“ in der Georg-Hermann-Allee im Stadtteil Bornstedt, haben die Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Am Donnerstagmorgen wurden die ersten Einschusslöcher entdeckt, und obwohl die Polizei schnell reagierte, blieb die Verletztenzahl glücklicherweise bei null. Ein kleiner Trost in solch unruhigen Zeiten, könnte man sagen.
Die Polizei und das Landeskriminalamt (LKA) sind bereits vor Ort, um die Ermittlungen aufzunehmen. Die kriminaltechnischen Spuren wurden bis etwa 14:30 Uhr gesichert. Der Bereich vor dem Spätkauf war mit Flatterband abgesperrt, und die Beamten haben alles daran gesetzt, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Immerhin ist dies der zweite Vorfall innerhalb weniger Tage – bereits in der Nacht zu Montag hörte ein Anwohner gegen 3 Uhr mehrere Knallgeräusche, dachte jedoch zunächst nicht an Schüsse. Erst als die Polizei gegen 6 Uhr morgens alarmiert wurde, stellte sich heraus, dass vier Schüsse abgegeben wurden.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Ermittler prüfen nun einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen beiden Vorfällen. Bei dem ersten Vorfall in der Geschwister-Scholl-Straße/Nansenstraße war das Schaufenster des Kiosks ebenfalls stark betroffen, mit mehreren Einschusslöchern sichtbar. Anwohner berichten von einer Schlägerei, die zuvor in der Umgebung stattfand, und auch von einem vermeintlichen Straßenrennen. Ob das alles miteinander zu tun hat? Das bleibt bisher unklar.
Ein Student, der gerade ein Getränk kaufen wollte, meinte, es könnte sein, dass die Betreiber des Spätkaufs in etwas Verstricktes verwickelt seien. Ein besorgter Anwohner äußerte sich ebenfalls kritisch: „Ich kaufe oft nachts beim Späti ein, und jetzt sowas! Das ist schon beunruhigend.“ Die Betreiber selbst waren sichtlich überrascht und konnten keine weiteren Informationen zu dem Vorfall geben.
Ein besorgniserregender Trend?
Ein Blick über die Grenzen Potsdams zeigt, dass ähnliche Vorfälle in Berlin zunehmen. Dort gab es zuletzt eine Häufung von Angriffen auf Spätis, mit Schüssen und sogar einer Sprengstoffexplosion. Die Gewaltkriminalität insgesamt ist zwar in Deutschland laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 um 2,3 Prozent gesunken, doch die Sorgen der Menschen bleiben bestehen. Immerhin fühlen sich 45 Prozent der Bevölkerung nachts im ÖPNV unsicher, und die Dunkelfeldstudie zeigt, dass ein hohes Sicherheitsgefühl oft nur ein Trugschluss ist.
Und so bleibt die Frage, was hinter diesen Vorfällen steckt. Die Ermittlungen sind im vollen Gange, und die Anwohner hoffen auf schnelle Aufklärung. Während die Polizei sich bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen, bleibt vielen nur der Gedanke: Wie sicher ist unsere Nachbarschaft wirklich? Was ist mit den jungen Leuten, die nachts in die Spätis gehen? Komischerweise ist es oft nicht die Kriminalität selbst, die Angst macht, sondern die Ungewissheit darüber, was als Nächstes passieren könnte.
