Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Potsdam: Anpassungen der Gebühren ab 2026
In Potsdam stehen wichtige Veränderungen im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bevor. Am 4. März wird die Stadtverordnetenversammlung zwei Vorlagen für überarbeitete Satzungen vorstellen, die ab dem 1. Januar 2026 gelten sollen. Der Hintergrund dieser Neufassungen sind steigende Betriebskosten sowie Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, die frühere Satzungen aufgrund mangelnder Nachvollziehbarkeit bezüglich der Fremdleistungsentgelte bemängelten. Die neuen Gebühren wurden in Zusammenarbeit mit einem externen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen kalkuliert und sollen die aktuellen Ist-Kosten der Energie und Wasser Potsdam (EWP) für 2024 berücksichtigen.
Die neuen Trinkwassergebühren werden für 2026 von 2,44 Euro pro m³ auf 2,76 Euro pro m³ steigen. Auch die Grundgebühren für Trinkwasser erhöhen sich erstmals seit 1998, wobei diese nach Wasserzählergrößen differenziert werden. Im Bereich der Abwassergebühren ist eine Erhöhung von 4,74 Euro pro m³ auf 5,60 Euro pro m³ geplant. Diese Grundgebühren steigen ebenfalls zum ersten Mal seit 2003. Für einen durchschnittlichen Drei-Personenhaushalt, der 90 m³ Wasser jährlich verbraucht, bedeutet dies eine Kostensteigerung von etwa 25%, von 769,90 Euro auf 962,40 Euro pro Jahr.
Hintergründe und Herausforderungen
Die kalkulierten Gebühren reagieren auf stagnierende Verbrauchsmengen und die anhaltend steigenden Preise für Dienstleistungen, Personal, Baukosten und Energie. Höhere Fremdleistungsentgelte tragen ebenfalls zur Erhöhung der Gebühren bei. Ein besonderes Augenmerk gilt der dezentralen Schmutzwasserentsorgung, bei der die Anfahrtspauschale für Kleingärtner entfallen wird.
Diese Entwicklungen sind nicht nur in Potsdam zu beobachten. Auch in anderen Städten, wie in Pfaffenhofen, wird eine Anpassung der Wasser- und Abwassergebühren ab dem 1. Januar 2025 vorgenommen. Hier sollen die gestiegenen Kosten über vier Jahre verteilt werden, um die Haushalte moderat zu belasten. Die Wassergebühren in Pfaffenhofen sehen für 2026 eine Verbrauchsgebühr von 3,64 €/m³ vor, während die Schmutzwassergebühr auf 3,56 €/m³ steigen wird. Solche Anpassungen sind in vielen Kommunen notwendig, um den Investitionsbedarf für marode Infrastrukturen zu decken und die Qualität des Wassers sicherzustellen.
Der Blick über den Tellerrand
Die Herausforderungen, mit denen viele Kommunen konfrontiert sind, betreffen nicht nur die Gebührenstruktur. In Deutschland schwanken die Trinkwasserpreise zwischen 2,20 Euro und 4 Euro pro Kubikmeter. Insbesondere kleinere Gemeinden sehen sich höheren Fixkosten pro Zahler gegenüber, was die Preise entsprechend anhebt. Kostentreiber sind unter anderem die Rohwasserversorgung, die Infrastruktur und die Energiekosten. Um die Preise stabil zu halten, sind langfristige Investitionsstrategien notwendig, die auch eine effiziente Wasserbewirtschaftung und moderne Technologien zur Leckage-Erkennung umfassen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den Herausforderungen, wie etwa den Rückständen von Medikamenten im Wasser, zu begegnen.
Insgesamt wird deutlich, dass die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Potsdam und darüber hinaus eine sorgfältige Planung und Anpassung der Gebühren erfordert, um sowohl die Kosten zu decken als auch die Qualität der Versorgung zu gewährleisten. Die Stadt Potsdam und andere Kommunen stehen vor der wichtigen Aufgabe, eine nachhaltige und faire Gebührenpolitik zu gestalten, die alle Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Weitere Informationen zu den geplanten Änderungen in Potsdam finden Sie hier.
