Am 8. Juli waren die Hallen des Brandenburger Landtags der Schauplatz eines wichtigen Austauschs über die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems. Wissenschaftsministerin Manja Schüle aus Brandenburg und ihre Kollegin Petra Olschowski aus Baden-Württemberg hatten zur Veranstaltung „Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems – Verantwortung gemeinsam übernehmen“ eingeladen. Ein Ziel: die Sicherung der Unabhängigkeit und die Stärkung des Dialogs in einer Zeit, in der die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zunehmend unter Druck steht. Ein sehr aktuelles Thema, das uns alle betrifft!

Vertreter aus Politik und Wissenschaft – unter ihnen auch die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär – waren zahlreich erschienen. Die Anwesenden diskutierten lebhaft über die Herausforderungen, denen das Wissenschaftssystem gegenübersteht, und über die Notwendigkeit, Akteure sichtbar zu machen, die sich für die Wissenschaft einsetzen. Dabei wurde der Rückhalt der Gesellschaft für die Wissenschaft als entscheidend hervorgehoben. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke stellte in ihrer Ansprache die Orientierung, die Wissenschaft für die Gesellschaft bietet, in den Vordergrund.

Wissenschaft als Pfeiler der Demokratie

Professor Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrats, sprach mit Nachdruck über die Rolle der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unserer Demokratie. Er forderte dazu auf, die Verbindung zur Gesellschaft aktiv zu suchen. In diesem Kontext kritisierte er die sogenannte „Publish-and-Perish“-Logik – das Streben nach quantitativen Erfolgen, das oft zu Lasten der Qualität geht. Autsch! In der heutigen Zeit, wo der Druck auf Wissenschaftler so hoch ist, ist das ein kritischer Punkt.

Außerdem gab es eine bemerkenswerte Keynote von Frauke Brosius-Gersdorf, Professorin für Öffentliches Recht. Sie wies auf die Unabhängigkeit von Justiz, Medien und Wissenschaft als essentielle Stützpfeiler der Demokratie hin und warnte eindringlich vor Diskreditierungen von Wissenschaftlern. Ein Aufruf zur rechtlichen Absicherung der Wissenschaftsfreiheit stand im Raum, und ihr Vorschlag, das Einstimmigkeitsprinzip in Gremien abzulegen, fand großen Anklang. Zudem plädierte sie für eine stärkere Grundfinanzierung der Wissenschaft – ein Thema, das auch im Positionspapier der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) behandelt wird.

Die DFG und ihre Empfehlungen

Die DFG hat in ihrem aktuellen Positionspapier zur Stärkung der Freiheit der Wissenschaft deutlich gemacht, dass diese Freiheit nicht selbstverständlich ist. Angriffe auf Forschende und die Institutionen selbst werden als alarmierendes Zeichen gewertet. Es ist frustrierend zu hören, dass solche Attacken oft dort stattfinden, wo das System verwundbar erscheint – etwa durch Selbstzensur oder Cancel Culture. Diese Schwachstellen gilt es zu beseitigen!

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Die DFG fordert eine gezielte Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Wissenschaftssystems. Unter der Leitung von DFG-Vizepräsidentin Britta Siegmund hat eine Arbeitsgruppe bereits Vorschläge zur Resilienz entwickelt. Dabei wird auch die enge Vernetzung mit der Gesellschaft betont. Wissenschaftskommunikation könnte hier eine Schlüsselrolle spielen, indem sie deutlich macht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse vorläufig sind und Unsicherheiten beinhalten. Ein weiser Hinweis!

Die Herausforderungen sind also vielfältig, und die Verantwortung liegt in den Händen vieler. Wissenschaftler, Politker, aber auch die Gesellschaft als Ganzes sind gefordert, sich aktiv einzubringen und die Wissenschaft zu schützen. Die Diskussionen in Potsdam haben gezeigt, dass der Weg dorthin nicht leicht sein wird. Doch zusammen können die Akteure an einem Strang ziehen – für eine starke, resilientere Wissenschaft, die für uns alle von Bedeutung ist.