Heute ist der 21.05.2026 und in Hohen Neuendorf gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Welt des Theaters. In Netzeband, einem charmanten Ortsteil der Gemeinde Temnitzquell in Brandenburg, wird das Stück „Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht von Fehrbellin“ von Heinrich von Kleist aufgeführt. Diese Inszenierung hat eine ganz besondere Note, denn die Schlacht, um die es geht, fand vor 350 Jahren ganz in der Nähe des aktuellen Aufführungsortes statt. Und wer könnte das besser inszenieren als der kreative Kopf Frank Matthus, der mit 61 Jahren immer noch voller Elan und Ideen steckt?
Das Besondere an diesen Sommerabenden ist nicht nur die Kunst, die auf der 150 Quadratmeter großen Rasenfläche zum Leben erweckt wird. Es sind die Schauspieler, die in schlichten Kostümen und kunstvoll verzierten Masken auftreten – eine Augenweide, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Doch live gesprochen werden die Dialoge nicht. Stattdessen ertönen sie aus großen Lautsprechern, was dem Ganzen einen unerwarteten, spannenden Twist gibt.
Ein neues Theatererlebnis
Matthus erklärt, dass die Größe der Bühne „eigentlich unmöglich“ sei, aber gerade aus der Not heraus ist das „Synchrontheater“ entstanden, das sich großer Beliebtheit erfreut. Professionelle Schauspieler wie Jan Josef Liefers geben ihr Bestes, um die Dialoge aufzunehmen – und das klingt nicht nur gut, sondern auch nach viel Spaß. Man muss sich das mal vorstellen: Masken, die von Hand gefertigt werden und oft mehrere Tage Arbeitsaufwand erfordern, um den Charakteren eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Da wird Theater lebendig!
Die Inszenierungen sind nicht nur für Profis. Studenten und Kinder dürfen mitspielen, was eine besondere Atmosphäre schafft. Johannes Berger, 35 Jahre alt und seit 2008 dabei, findet es viel einfacher, sich zu bewegen, wenn er nicht selbst sprechen muss. Und dann gibt es da noch die Tochter der Amazonenkönigin Penthesilea, die mit vier Motocross-Rädern auftritt. Das ist schon ein ganz anderes Kaliber von Auftritt!
Ein Stück für die Gegenwart
Matthus hat ein Gespür dafür, die alten Geschichten für das heutige Publikum greifbar zu machen. In Kleists Liebestragödie taucht sogar der Antichrist auf, der mit einem Oldtimer vorfährt – eine Mischung aus Tradition und modernen Elementen, die die Zuschauer zum Schmunzeln bringt. Und ja, auch Künstliche Intelligenz und eine nervige Warteschleife am Telefon sind Bestandteil dieser Inszenierungen. Wer hätte gedacht, dass die Gegenwart so kreativ in alte Texte eingewoben werden kann?
Die besondere Atmosphäre auf der Bühne ist eindrucksvoll und verzaubert die Zuschauer, während das Publikum am Ende der Vorstellung begeistert applaudiert. Es ist dieser Moment, in dem Matthus die Freude der Jugendlichen sieht und sich an die energiegeladene Stimmung erinnert – das ist Theater, das im Herzen bleibt. Hier wird nicht nur gespielt, hier wird gelebt, gelacht und manchmal auch geweint. Theater ist eben das Steckenpferd von Matthus und seinem Team, und es ist eine Freude, dabei zuzusehen, wie sie ihre Leidenschaft mit anderen teilen.