Holger Loclair: Mit Familienunternehmen gegen die Bürokratie und für eine starke Wirtschaft
Am 14. Juli 2026, in der malerischen Stadt Oranienburg, dreht sich alles um einen ganz besonderen Namen: Holger Loclair. Als CEO von Orafol, dem umsatzstärksten familiengeführten Industrieunternehmen in Ostdeutschland, hat er es geschafft, in die Riege der 500 reichsten Deutschen aufzusteigen. Mit einem Umsatz von 868 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr ist Orafol nicht nur ein Wirtschaftsmotor, sondern auch ein Paradebeispiel für die Stärke von Familienunternehmen in Deutschland. Doch der Erfolg kommt nicht ohne Herausforderungen.
Loclair hat sich nicht nur dem wirtschaftlichen Erfolg verschrieben, sondern auch der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland. Mit einem klaren Appell fordert er weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und günstigere Energiepreise. „Die politische Zeitenwende ist in der Wirtschaft noch nicht angekommen“, sagt er und kritisiert die langen Genehmigungsverfahren, die sich oft über Jahre hinziehen. Ein Beispiel: Die Genehmigung für ein neues Produktionsareal in Oranienburg hat über vier Jahre gedauert! In einer Zeit, in der alles schneller und effizienter werden soll, ist das einfach nicht mehr zeitgemäß.
Familienunternehmen als Rückgrat der Wirtschaft
Familienunternehmen wie Orafol sind für Loclair der wichtigste Motor für Investitionen und Arbeitsplätze. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen tragen sie entscheidend zur Stabilität und zum Wachstum in Deutschland bei. „Der Staat sollte nicht das Wachstum erzeugen, sondern die Voraussetzungen dafür schaffen“, betont er. Hochgerechnet auf die aktuelle Situation in Deutschland sind die Herausforderungen enorm: hohe Energiekosten im internationalen Vergleich, Unsicherheiten in der Energieversorgung und eine zunehmende Bürokratie, die die personellen Ressourcen der Unternehmen bindet.
Die Grundlagen für den Erfolg deutscher Familienunternehmen waren lange Zeit verlässliche Infrastrukturen, qualifizierte Fachkräfte und eine starke Exportorientierung. Doch der Fachkräftemangel, verstärkt durch den demografischen Wandel, macht vielen Unternehmen zu schaffen. Die steigenden Erwartungen jüngerer Generationen und die hohe Steuer- und Abgabenlast tun ihr Übriges. Das alles führt dazu, dass die Innenfinanzierungskraft vieler Unternehmen geschwächt wird – eine bedrohliche Entwicklung für die Zukunft.
Internationale Perspektiven und zukünftige Pläne
Loclair bleibt optimistisch und investiert weiterhin in Deutschland, sieht jedoch, dass die internationalen Bedingungen für Investitionen oft attraktiver sind. Ein neues Produktionswerk in Korea ist bereits in Planung, wo die Rahmenbedingungen als positiv wahrgenommen werden. So wird deutlich, dass die globalen Märkte für viele Unternehmen ein verlockendes Ziel sind, während die heimischen Herausforderungen zunehmen.
Inmitten dieser Herausforderungen bleibt die Fähigkeit, nachhaltig Cashflows zu erwirtschaften, entscheidend für den Unternehmenswert. Wie Loclair schon erwähnt hat, ist ein schleichender Wertverfall eine Bedrohung für die unternehmerische und familiäre Zukunft. Daher ist aktives Handeln gefragt: Kostenstrukturen müssen analysiert und flexibilisiert werden. Geschäftsmodelle sollten auf Resilienz geprüft und die Digitalisierung als Werttreiber genutzt werden. Die Sicherung von Fachkräften ist dabei ebenso wichtig wie eine frühzeitige Regelung von Nachfolge und Governance.
Die wirtschaftliche Landschaft in Deutschland verändert sich, und die Herausforderungen sind groß. Doch mit einem klaren Fokus auf die Stärkung von Familienunternehmen und einer Rückkehr zu einer Arbeitsteilung zwischen Politik und Wirtschaft, könnten neue Wege gefunden werden, um die aktuellen Blockaden zu überwinden. Die Zeit wird zeigen, ob diese Veränderungen auch tatsächlich Einzug halten werden.
