Heute ist der 23.05.2026, und in der Gemeinde Groß Pankow ist einiges los. Der Finanzausschuss hat sich am Donnerstag zusammengesetzt, um über den Haushalt für das Jahr 2026 abzustimmen. Dabei fiel etwas auf, das die Normalität der Sitzung auf den Kopf stellte: Die letzten beiden Seiten des Haushaltsplans waren handschriftlich ausgefüllt! Ja, richtig gehört! Während alle anderen Seiten brav digital daherkommen, mussten die Seiten 358 und 359, die eine Tabelle mit dem Titel „Übersicht über die Beurteilung der dauernden Leistungsfähigkeit“ enthielten, händisch ausgefüllt werden.
Kämmerin Lucie Mietzner erklärte, dass eine technische Komplikation der Grund für die handschriftliche Ausfüllung war. Es gab wohl Schwierigkeiten mit der Programmierung neuer Anlagen, was dazu führte, dass sie zu Stift und Papier greifen musste. „Das ist das erste Mal, dass ich so etwas machen musste“, gestand sie. Eine witzige Anekdote, wenn man bedenkt, wie wichtig die Digitalisierung geworden ist. Normalerweise müssen neue Vorlagen im Verwaltungsprogramm hinterlegt und digital ausgefüllt werden. Aber manchmal, so scheint es, ist der gute alte Kugelschreiber die einzige Lösung.
Die Herausforderungen in Pankow
<pUnd während in Groß Pankow die Hände wieder mit Tinte und Papier beschäftigt sind, schaut man in Pankow auf eine ganz andere Realität. Dort sprach Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) in der BVV über den Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027. Ihre Worte klangen alarmierend: Die finanzielle Lage sei „dramatisch“. Pankow kämpft mit einem Gesamtdefizit von 18,2 Millionen Euro, das nicht etwa aus einer schlechten Haushaltsdisziplin resultiert, sondern aus strukturellen Defiziten. Das klingt fast schon wie ein Fass ohne Boden.
Besonders ins Gewicht fallen vier Ausgabenblöcke: Die Grundstücksbewirtschaftung, Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfe im Sozialamt ziehen immense Mehrkosten nach sich. Da fragt man sich, wo das Geld eigentlich hinfließt. Koch appellierte an die BVV, Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu finden, denn die Bürgerinnen und Bürger müssen mit spürbaren Einschnitten rechnen. Längere Bearbeitungszeiten, gestrichene Angebote und verschobene Projekte sind nur einige der möglichen Konsequenzen. Und das alles, weil das Land keine vollständige Finanzierung für gesetzliche Aufgaben bereitstellt. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder?
Ein Blick in die Zukunft
Und während die Kommunalpolitiker vor den Herausforderungen stehen, wird das Thema öffentliche Finanzen auch in der breiteren Diskussion immer relevanter. Ein Studienbericht, der 2024 veröffentlicht werden soll, wird sich mit den Steuerpflichten öffentlich-rechtlicher Organisationen beschäftigen. Der öffentliche Sektor und Kirchen müssen nicht nur Steuern einnehmen, sondern auch selbst Steuern zahlen. Das Steuerrecht wird immer komplexer, insbesondere durch europarechtliche Vorgaben. Es bleibt abzuwarten, wie die Kommunen damit umgehen werden, denn die Anforderungen an die Verwaltung, insbesondere im Hinblick auf Tax Compliance, steigen.
So, während in Groß Pankow die Handschrift von Kämmerin Mietzner für Aufsehen sorgt, wird in Pankow ein ganz anderer Kampf um die Finanzen geführt. Man könnte sagen, es ist ein Tanz auf der Rasierklinge – und die Frage bleibt: Wer wird am Ende die Balance halten können? Die nächsten Monate werden zeigen, ob kreative Lösungen gefunden werden oder ob der Druck der Defizite zu schwer wiegt. Ein bisschen aufregend ist das ja schon, oder?