Heute ist der 23.07.2026, und in Schwedt/Oder brodelt es. Die Stimmung ist angespannt, denn die Brandenburgische Landesregierung plant, die Direktverbindung zwischen Schwedt und Berlin zu streichen. Es geht um den RE3, der zurzeit stündlich verkehrt und zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 aus dem Angebot verschwinden soll. Für die Pendler bedeutet das: Umsteigen in Angermünde, wo die Regionalbahn RB61 auf sie wartet. Ein Umstieg, der nicht nur Zeit kostet, sondern auch Nerven. Besonders, wenn man bedenkt, dass die RB61 in der Vergangenheit häufig ausgefallen ist – was für Pendler eine echte Herausforderung darstellen kann.

Die Begründung des Verkehrsministeriums ist klar: Zu hohe Kosten für eine umsteigefreie Verbindung – im ersten Jahr hätte diese rund 14 Millionen Euro gekostet. Eine Verlängerung des RE20 von Cottbus über den Flughafen BER bis nach Schwedt wurde als nicht finanzierbar eingestuft. Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hat bereits Gespräche mit der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) geführt, um die Zuverlässigkeit der RB61 zu verbessern. Aber wie sieht die Realität aus? Die Bedenken sind groß, und die Stimmen der Bürger werden lauter.

Protest gegen die Streichung

Am 23. April 2026 fand eine eindrucksvolle Protestaktion am Bahnhof Schwedt (Oder)–Mitte statt. Die Bürgermeisterin, Stadtverordnete und zahlreiche Bürger waren vor Ort, um für den Erhalt der Verbindung zu kämpfen. Auch eine Petition wurde ins Leben gerufen – gestartet von Dietrich Klein, der bereits über 5.000 Unterschriften gesammelt hat. Das zeigt: Die Menschen in Schwedt sind bereit, für ihre Rechte und eine bessere Anbindung zu kämpfen!

Die Bedeutung dieser Verbindung geht weit über das Pendeln hinaus. Große Arbeitgeber wie LEIPA, BUTTING, die PCK Raffinerie und das Asklepios Klinikum fordern den Erhalt der Bahnlinie, um die Fachkräftegewinnung zu sichern. Schwedt hat etwa 34.610 Einwohner und ist das wirtschaftliche Zentrum der Uckermark. Wenn die Anbindung leidet, leidet auch die Wirtschaft.

Auswirkungen auf den Tourismus

Der Tourismus, ein weiterer wichtiger Pfeiler der Region, könnte ebenfalls stark betroffen sein. Im Jahr 2025 wurden 70.154 Übernachtungen und 34.908 Gäste in Schwedt gezählt. Die TMU Tourismus Marketing Uckermark GmbH warnt davor, dass der Wegfall der Verbindung den Tourismus negativ beeinflussen könnte. Eine gute Erreichbarkeit ist für viele Besucher entscheidend – und das gilt nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen aus anderen Regionen.

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Die Proteste werden von vielen regionalen Organisationen unterstützt. Der Uckermärkische Bildungsverbund gGmbH betont die Bedeutung der Anbindung für Bildung und Austausch, während die IHK Ostbrandenburg die Notwendigkeit einer leistungsstarken Verkehrsanbindung für die Region unterstreicht. Selbst der Rotary Club Schwedt spricht sich gegen die geplante Einstellung aus, da sie die Erreichbarkeit verschlechtert.

Blick in die Zukunft

Für die Pendler wird die bevorstehende Umstellung längere Reisezeiten und zusätzliche Umstiege bedeuten. Das ist nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch ein emotionales. Die Menschen in Schwedt haben das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse ignoriert werden. Man fragt sich: Wo bleibt die Wertschätzung für die Pendler, die täglich zur Arbeit nach Berlin fahren? Die Petition und der Protest zielen darauf ab, die Landesregierung zur Überprüfung der Fahrplanänderungen zu bewegen, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Es bleibt abzuwarten, ob die Stimmen der Bürger Gehör finden werden. Eines ist sicher: Die Menschen in Schwedt sind bereit, für ihre Anbindung zu kämpfen. Und das ist vielleicht der wichtigste Schritt in diese Richtung.