Am Pfingstwochenende war es wieder soweit: Der SC Victoria 1914 Templin, ein Verein mit stolzer Tradition seit seiner Gründung im Jahr 1914, machte sich auf den Weg nach Klosterfelde. Die Vorfreude war groß, doch auch die Skepsis hatte ihren Platz. Denn die Partie gegen Union Klosterfelde II versprach nicht ganz einfach zu werden. Das Spiel begann eher schleppend – die ersten 20 Minuten waren von beiden Mannschaften geprägt von Unsicherheiten und Fehlpässen. Ein bisschen wie ein Schachspiel, nur ohne die Spannung. Doch dann nahm das Geschehen Fahrt auf.
Klosterfelde erhöhte den Druck und kam zu einem Strafstoß, den sie souverän zum 1:0 verwandelten. Ein Dämpfer für die Templiner, die sich gerade erst an die Gegebenheiten gewöhnen wollten. In dieser Phase zeigte sich ein gewisses Ungleichgewicht auf dem Platz. Besonders Fidel Ohadomere, der bis dahin nicht so recht ins Spiel fand, brachte das Team in Schwierigkeiten – eine gelbe Karte und kurz darauf die gelb-rote Karte machten seine Leistung nicht gerade besser. Als Klosterfelde auf 2:0 erhöhte, schien sich das Schicksal der Templiner zu besiegeln.
Ein Hoffnungsschimmer
<pDoch dann, kurz vor der Halbzeit, kam der Anschlusstreffer. Lennard Jähnke nutzte eine Kopfballgelegenheit und sorgte für das 2:1. Ein Hoffnungsschimmer für die Templiner Fans, die in der ersten Halbzeit nicht gerade verwöhnt wurden. In der zweiten Hälfte stellte Trainer Andy Vetter sein Team um, was für einen kleinen Aufschwung sorgte. Templin agierte mutiger, auch wenn die Unterzahl eine ständige Herausforderung war. Dennoch erarbeiteten sie sich einige Chancen, die jedoch nicht genutzt werden konnten. Klosterfelde hingegen ließ sich nicht beirren und verwandelte einen weiteren Strafstoß zum 3:1. Das war der Endstand und die Templiner mussten mit einer Niederlage die Heimreise antreten.
Am kommenden Freitag steht nun ein weiteres Highlight auf dem Programm: Im Stadion der Freundschaft in Templin kommt es zum Aufeinandertreffen mit Blau-Weiß Gartz. Ein Verein, der zuletzt durch eine starke Leistung gegen Blau-Weiß Wriezen aufgefallen ist. Gartz diktierte das Spiel, führte durch Eric Duckert und Jean-Louis Gubbe konnte das Ergebnis auf 2:0 hochschrauben. Wriezen erzielte zwar einen Anschlusstreffer, doch die Überlegenheit der Gärtner war unbestritten. Trainer Mario Hopp lobte die engagierte Leistung seiner Schützlinge, und die Frage, ob Templin in der kommenden Begegnung anknüpfen kann, bleibt spannend.
Ein Verein mit Geschichte
Der SC Victoria Templin, dessen Vereinsfarben Blau und Gelb sind, hat eine lange Tradition von über 111 Jahren. Gegründet wurde er von Hermann Dobbert, einem Schuhmacher, der sein Geschäft in der Martin-Luther-Straße führte. Mit rund 350 Mitgliedern und einer Vielzahl an Jugendmannschaften – insgesamt 9, davon 4 auf Landesebene – ist der Verein ein wichtiger Bestandteil des regionalen Fußballs. Die Heimspiele im „Stadion der Freundschaft“ bieten Platz für etwa 1.000 Zuschauer, die durch ihre lautstarke Unterstützung für eine besondere Atmosphäre sorgen.
Fußball in Deutschland hat eine bewegte Geschichte, die bis in die 1870er Jahre zurückreicht, als das Spiel von britischen Kaufleuten und Gymnasiasten ins Land gebracht wurde. Anfangs wurde es von der oberen Gesellschaftsschicht abgelehnt, doch mit der Zeit entwickelte sich der Fußball zu einem der beliebtesten Sportarten des Landes. Heute ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit über sechs Millionen Mitgliedern der größte nationale Sportfachverband der Welt. Die Faszination für den Fußball lebt in den Stadien und auf den Plätzen weiter, und die Fans fiebern mit ihren Vereinen mit – egal ob in der Bundesliga oder in den unteren Ligen.