In der Region Frankfurt (Oder) tut sich etwas im Bereich des Schienenverkehrs. Die Ostbahn, die von Berlin nach Polen führt, steht im Fokus der Diskussionen. Das Bundesverkehrsministerium hat zwar keine kurzfristigen Perspektiven für den Ausbau der Strecke gesehen, doch die Situation könnte sich ändern. Aktuell sind die Bahnlinien auf deutscher Seite nicht elektrifiziert und teils eingleisig, was die Attraktivität für Reisende und Güterverkehr nicht gerade steigert. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist da ganz anderer Meinung. Er fordert mehr Engagement von der Bundesregierung, um die Verbindungen nach Osteuropa zu verbessern. Schließlich ist die Ostbahn im Bundesverkehrswegeplan als „potenzieller Bedarf“ festgehalten – aber was bringt uns das, wenn nichts passiert?

Vor zwei Jahren wurde immerhin eine neue Brücke über die Oder in Betrieb genommen. Doch das allein reicht nicht aus. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach sieht die Notwendigkeit eines zügigen Ausbaus, um eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h zu erreichen. Er fordert zudem, dass die Ostbahn in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke verweist auf ein Konzept des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) aus 2023, das einen schrittweisen Ausbau vorsieht. Aber wo bleibt die Umsetzung?

Ein gemeinsames Ziel

Am 14. Oktober 2024 wurde in einer Pressemitteilung des VBB ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet – ein Schritt in die richtige Richtung. Berlin, Brandenburg, die Wojewodschaft Lubuskie und der VBB haben sich zusammengetan, um den Ausbau der Bahnstrecke Berlin – Kostrzyn – Gorzów Wielkopolski – Krzyż Wielkopolski voranzutreiben. Der aktuelle Zustand der Strecke wird als unzureichend bezeichnet, und das ist nicht zu übersehen. Geplant sind durchgehende Zweigleisigkeit und Elektrifizierung, mit Geschwindigkeitsanpassungen auf 160 km/h. Das Ganze soll auch Platz für 740 m lange Güterzüge bieten. Denn die Industrieansiedlungen in Grünheide und der wachsende grenzüberschreitende Verkehr nach Polen machen diesen Ausbau zwingend erforderlich. Die Strecke nach Frankfurt (Oder) könnte bald an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

Ein weiterer Aspekt ist die Verbesserung des regionalen Verkehrsangebots. Die Unterzeichnung des Positionspapiers ist ein Zeichen, dass man die Wichtigkeit der Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Polen erkannt hat. Der Umsetzungsfahrplan für den Infrastrukturausbau der Ostbahn wird auf der VBB-Website bereitgestellt. Wer sich dafür interessiert, sollte einen Blick darauf werfen. Eine Grafik zeigt den Verlauf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Krzyż Wielkopolski – und das sieht vielversprechend aus.

Eine Vereinbarung für die Zukunft

Doch es gibt noch mehr Neuigkeiten! Polnischer Infrastrukturminister Dariusz Klimczak und der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder haben in Warschau eine Vereinbarung zur Modernisierung und zum Ausbau der Schienenverbindungen zwischen Polen und Deutschland unterzeichnet. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, die grenzüberschreitende Mobilität und den territorialen Zusammenhalt zu stärken. Im Jahr 2025 haben über 1,2 Millionen Bahnreisende den Weg zwischen Polen und Deutschland auf sich genommen. Das zeigt, dass Handlungsbedarf besteht.

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Wichtige Strecken wie Warschau–Berlin und Krakau–Breslau–Berlin stehen auf der Liste der Optimierungen. Auch Hochgeschwindigkeitsprojekte sollen in den Fokus gerückt werden. Die Idee ist, ein modernes internationales Hochgeschwindigkeitsnetz innerhalb der EU zu schaffen. Das klingt gut, oder? Eine umfassende Nutzung der EU-Finanzierungsinstrumente, insbesondere der „Connecting Europe Facility“, ist ebenfalls angedacht. Das könnte den Ausbau erheblich beschleunigen und viele Möglichkeiten schaffen.