Heute ist der 26.04.2026. In Frankfurt (Oder) wurde gestern ein bewegender Moment für die Erinnerungskultur gefeiert: 30 neue Stolpersteine wurden feierlich enthüllt, um an die Schicksale ehemaliger Chormitglieder des Cäcilienchors zu erinnern. Diese Initiative, getragen vom Cäcilienchor und der Initiative Stolpersteine, ist ein Teil eines Projekts des Künstlers Gunter Demnig, das die Verfolgung und Ermordung von Menschen während des Nationalsozialismus in den Fokus rückt.

Die meisten der neuen Stolpersteine wurden im Westend verlegt, einem Stadtteil, der für seine bewegte Geschichte bekannt ist. Diese Gedenksteine erinnern an jene Personen, die ab 1933 vor den Nazis fliehen mussten oder tragischerweise Selbstmord begingen. Ein besonders bewegender Stolperstein wurde für Constanze Julietta Hohenemser, geborene Haarbleicher, enthüllt. Dieser wurde in der Feldbergstraße 15 verlegt und vom Physikalischen Verein Frankfurt finanziert. Ihre Geschichte ist keine Einzelfallgeschichte, sondern ein Beispiel für viele, die unter dem menschenverachtenden Regime litten.

Erinnerungen an Constanze und Moritz Hohenemser

Constanze Hohenemser floh 1938 nach England, wo sie 1958 starb, während ihr Mann Moritz W. Hohenemser im September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde und dort 1943 ermordet wurde. Für ihn wurde bereits 2018 ein Stolperstein an der gleichen Hausnummer verlegt. Bei der Enthüllung des neuen Stolpersteins waren etwa 40 Personen anwesend, darunter Chormitglieder und Angehörige, die gemeinsam dem Gedenken Raum gaben.

Musikalisch umrahmt wurde die Zeremonie durch den Cäcilienchor, der ein Lied von Christian Lahusen zum Besten gab. Martin Dill, der Vorsitzende der Initiative Stolpersteine, sprach bewegende Worte des Gedenkens und machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerungen an diese Schicksale lebendig zu halten. Neben Constanze Hohenemser wurde auch ein Stolperstein für ihre Verwandte Meta Anna Hohenemser, geborene Kossmann, enthüllt. Meta war in der Stadtgesellschaft aktiv und setzte sich für Frauenrechte ein, bevor sie 1942 an den Folgen eines Sturzes starb, während sie von den Nazis verfolgt wurde.

Ein Zeichen der Hoffnung und des Gedenkens

Diese Stolpersteine sind mehr als nur Gedenktafeln; sie sind ein Zeichen gegen das Vergessen und ein Appell an die Menschlichkeit. In Frankfurt gibt es mittlerweile über 2.200 Stolpersteine, und jährlich werden etwa 130 neue hinzugefügt. Auch in anderen Stadtteilen wie dem Bahnhofsviertel und Sachsenhausen wurden kürzlich Stolpersteine enthüllt. Ein Buch, das die Biografien der verfolgten Mitglieder des Cäcilienchors zusammenfasst, ist ebenfalls erhältlich und bietet einen tiefen Einblick in die Schicksale dieser mutigen Menschen.

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Die Enthüllung der Stolpersteine am 26. April 2026 ist auch eine Erinnerung daran, dass wir die Vergangenheit nicht aus den Augen verlieren dürfen. Sie mahnt uns, die Geschichten der Einzelnen zu hören und zu verstehen, um aus der Geschichte zu lernen. In einer Zeit, in der das Gedächtnis der Gesellschaft oft flüchtig ist, bleibt die Verantwortung, die Erinnerungen lebendig zu halten, an uns allen.