Heute ist der 24.04.2026 und die Lage in Cottbus bleibt angespannt. Einschüchterungsversuche und Drohungen aus der rechten Szene sorgen für große Besorgnis in der Politik und der Zivilgesellschaft. Ein Studentenpfarrer, der sich für die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg engagiert, wurde jüngst Opfer solcher Bedrohungen. Die Unterstützung für den Pfarrer kommt nicht nur aus den Reihen der Kirche, sondern auch von der Kultur- und Wissenschaftsministerin Brandenburgs, Manja Schüle, die betont, dass Hass in Brandenburg keinen Platz hat.

Die Vorfälle sind alarmierend: Bei einer Semesterparty an der BTU in Cottbus wurden rassistische Beleidigungen laut, und Jugendclubs sowie alternative Wohnprojekte sind vermehrt Ziel rechter Angriffe. Innenminister Jan Redmann (CDU) hat der Stadt Rückendeckung und Austausch angeboten, während der Verfassungsschutz zur Aufklärung und Beratung eingeschaltet wird. Die Berichte über rassistische Vorfälle häufen sich, insbesondere in einer Region, die bereits als Hochburg des Rechtsextremismus gilt.

Die besorgniserregenden Vorfälle

Zu den jüngsten Vorfällen gehören Hakenkreuze, die an Wohnprojekten angebracht wurden, sowie ein aggressiver Übergriff vor der Wohnung des Pfarrers, bei dem zwei Neonazis die Haustür auftraten und randalierten. Diese Vorfälle sind Ausdruck eines verankerten rechten Netzwerks in Südbrandenburg, das militante Gruppen und die AfD umfasst. Cottbus gilt als einer der Brennpunkte, an dem die meisten rechten Gewalttaten in Nordbrandenburg seit 2025 erfasst wurden.

Die Stadtgesellschaft in Cottbus zeigt sich jedoch solidarisch mit den Betroffenen. Beratungsteams stehen bereit, um Unterstützung zu bieten. René Wilke, der Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, fordert zudem Schutz für das demokratische Engagement in der Region. Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg kritisiert mögliche Kürzungen bei Demokratieprojekten, die als essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt betrachtet werden.

Maßnahmen gegen rechte Gewalt

Die BTU hat eine Monitoringstelle eingerichtet, um Fälle rechter Einflussnahme und Diskriminierung zu dokumentieren. Diese Stelle ermöglicht Online-Meldungen von Vorfällen und schafft so sogenannte „Safer Spaces“ für Studierende und alle, die sich in der Stadt engagieren. Dennoch beklagt die Hochschule bereits seit Jahren Rassismus und Gewalt auf dem Campus, und die Polizei hat von den aktuellen Vorfällen bislang keine Kenntnisse, weshalb sie Betroffene zur Meldung aufruft.

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Es ist bezeichnend, dass die Vorfälle überwiegend von rechtsextremen Jugendlichen verübt werden, die linke Einrichtungen als Feindbilder ansehen. Dies zeigt, wie tief die gesellschaftliche Spaltung in dieser Region bereits ist. Die Politik muss jetzt handeln, um den Betroffenen nicht nur rechtlichen Schutz zu bieten, sondern auch ein Klima des Respekts und der Toleranz zu schaffen.

Die Situation in Cottbus ist ein eindringlicher Appell an alle, die Demokratie und Menschenrechte ernst nehmen. Die Zivilgesellschaft ist gefordert, sich gegen solche Übergriffe zu wehren und ein Zeichen für ein friedliches Miteinander zu setzen. Nur gemeinsam können wir dem Hass und der Gewalt entgegentreten und die Werte verteidigen, die unser Zusammenleben prägen.