Eisige Herausforderungen unter der Sommersonne: Beeskows Eisdielen im Klimawandel
Heute ist der 24.06.2026 und in Beeskow, wo die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt, kommen die Leute in Scharen in die Eisdielen. Es ist Hochsommer, und die Temperaturen treiben die Menschen förmlich in die Kühlboxen der Eisdielen. Natascha Volodihin, die Besitzerin des „Ice Guerilla Store“, kann ein Lied davon singen. Ihre Eisdiele ist zurzeit ein Hotspot für alle, die sich mit einem kühlen Eis erfrischen wollen. „Die Geschäfte laufen gut“, berichtet sie. Die Eisdiele zieht nicht nur die Schüler der umliegenden Schulen an, die dort nach der Schule gerne vorbeischauen, sondern auch die Berufstätigen, die auf ein schnelles Eis in der Mittagspause vorbeikommen.
Am Wochenende, so merkt Volodihin an, zieht es viele Menschen zum Baden an die Seen und Flüsse, was sich natürlich auf den Eisdielenbetrieb auswirkt. „Da sind die Leute einfach woanders beschäftigt“, schmunzelt sie. Die Rentnerinnen und Rentner der Stadt hingegen bevorzugen das gemütliche Ambiente des Stadtcafés gegenüber – das ebenfalls von Volodihin betrieben wird. Das Eis „auf die Hand“ bleibt für viele das bevorzugte Angebot, und die Klassiker wie Vanille, Schoko, Cookie, Mango und Joghurt sind dieses Jahr besonders gefragt.
Hitze und Eis – Ein zweischneidiges Schwert
Die hohen Temperaturen tun zwar dem Geschäft gut, aber Volodihin hat auch ihre Bedenken. „Irgendwie wünscht man sich doch kühlere Witterung“, gibt sie zu. Bei dieser Hitze merkt man den Kunden die Müdigkeit an. Alles geht ein bisschen langsamer. „Ideal wären Temperaturen knapp unter 30 Grad“, seufzt sie. Ihre Gedanken werden von den aktuellen Entwicklungen im Wettergeschehen überschattet, denn auch die Experten sind sich einig: Der Klimawandel hat längere Sommer zur Folge. Annalisa Carnio, Generalsekretärin des Verbands italienischer Eisdielen in Deutschland, beobachtet, dass dies nicht nur zu höheren Temperaturen führt, sondern auch zu unberechenbaren Wetterbedingungen mit Starkregen. „Wir haben oft mit Regen zu kämpfen, und wenn es über 25 Grad regnet, sinkt der Eisverkauf“, erklärt sie.
Ein weiterer Aspekt, der die Eisdielenbranche beeinflusst, sind die steigenden Kosten. Zwischen Juli 2022 und Juli 2023 stiegen die Preise für Lebensmittel um 11 %. Carnio weist jedoch die Kritik an hohen Eispreisen zurück. „Die Preise sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie Betriebskosten und Zutatenkosten“, sagt sie. Im Vergleich zu anderen Ländern hat Deutschland ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, wo für eine Kugel Eis zwischen 3 und 4,50 Euro gezahlt wird. Während in anderen Ländern die Preise schon längst gestiegen sind, merken die deutschen Eisdielen die Preiserhöhungen besonders stark, da sie nur in der Sommersaison geöffnet sind. Ein Preisvergleich fällt da nicht schwer.
Ein Blick in die Zukunft
Die Eisdielen in Deutschland stehen also vor Herausforderungen, die weit über das aktuelle Wettergeschehen hinausgehen. Der Rückgang der Umsätze bei Regen oder Hitze ist nur ein Teil des Puzzles. Der Eisverbrauch erreichte im Hitzejahr 2018 den höchsten Stand seit 2003, und die Frage bleibt, ob die Eisdielen in Zukunft wirklich vom Klimawandel profitieren können. Der Einfluss von Wetterextremen, wie zuletzt in Süd- und Ostdeutschland, ist nicht zu unterschätzen. Die Menschen suchen nach Erfrischung, aber der Weg dahin ist oft ungewiss.
In Beeskow genießen die Menschen dennoch ihr Eis, während sie die Sonne auf der Haut spüren. Trotz der Herausforderungen und der drückenden Hitze bleibt das Eis ein kleiner Lichtblick im Alltag. Ein Stück Vanille- oder Mangoeis kann schließlich die Seele kühlen, und das ist es, was zählt. Wer kann da schon widerstehen?
