Heute ist der 5.06.2026 und in Eisenhüttenstadt spürt man die Auswirkungen eines ganz speziellen Problems. Die großen Stahlwerke in Deutschland, darunter die Salzgitter AG und Arcelor-Mittal, haben ihre Produktion gedrosselt. Der Grund? Ein echtes Bahndesaster! Baustellen an wichtigen Bahnstrecken in Norddeutschland bringen die Versorgung durch Güterzüge gewaltig ins Stocken. Und das hat nicht nur Auswirkungen auf die Stahlproduktion, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft.
Die Salzgitter AG, drittgrößter Stahlhersteller des Landes, ist bereits in die Knie gegangen. Hochofenproduktion wurde reduziert, weil die Zulieferungen von Eisenerz, Kohle und Schrott nicht zuverlässig ankommen. „Wenn sich die Situation nicht kurzfristig verbessert, müssen wir weitere Produktionsdrosselungen vornehmen“, warnt ein Sprecher. Das klingt nicht gut, oder? Und auch Arcelor-Mittal ist betroffen. Mit Werken in Hamburg, Bremen und Eisenhüttenstadt sieht sich das Unternehmen gezwungen, erste Produktionskürzungen vorzunehmen, hauptsächlich wegen unzureichender Eisenerzlieferungen. Ein Sprecher bezeichnete die Lage als „Baustellenchaos“. Das ist schon ein starkes Wort!
Die Wurzel des Übels
Was steckt hinter dieser Misere? Die Baustellen im norddeutschen Schienennetz und die mangelnde Priorität für Güterzüge durch die Deutsche Bahn sind die Hauptschuldigen. Die Bahn hat die Lage „nicht ausreichend unter Kontrolle“ und einen erkennbaren Plan zur Stabilisierung der Versorgung gibt es anscheinend auch nicht. So ist es kein Wunder, dass die Transportzeiten für Güter, die früher fünf Stunden dauerten, nun bis zu acht Stunden in Anspruch nehmen. Das ist einfach nicht akzeptabel.
Peter Westenberger, Geschäftsführer des Branchenverbands Güterbahnen, äußert Bedenken über die Sanierungen im Bahnnetz und deren Auswirkungen auf den Güterverkehr. Und ehrlich gesagt, das ist kein gutes Zeichen für die Stahlindustrie, die auf eine funktionierende Bahninfrastruktur angewiesen ist. Denn 80 Prozent der Transportmengen werden nachhaltig per Bahn oder Binnenschiff befördert. Das zeigt, wie wichtig eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur ist, um die Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Ein Aufruf zum Handeln
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat bereits davor gewarnt, dass die Störungen im Schienengüterverkehr schwerwiegende Folgen für die Rohstoffversorgung der Stahlindustrie haben könnten. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Vereinigung, hat sich zur kritischen Lage bei Erz- und Kohleverkehren auf der Schiene geäußert. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen handeln! Um die Attraktivität des Schienentransports zu erhalten, müssen die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und der Güterverkehr effizienter gestaltet werden.
Die Stahlindustrie ist schließlich nicht nur für den eigenen Sektor wichtig, sondern auch für Infrastrukturprojekte, die für die Zukunft Deutschlands entscheidend sind. Ob Bahngleise, Brücken oder Windparks – ohne eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur läuft nichts. Und das betrifft nicht nur die Stahlproduktion, sondern auch unsere gesellschaftliche Resilienz und Klimaneutralität. Es ist höchste Zeit, dass hier entschieden wird, bevor es zu spät ist!