In Cottbus erwartet uns bald ein ganz besonderes Erlebnis – ein audio-visuelles Konzert, das die Grenzen zwischen Klang, Bild und Raum auf faszinierende Weise neu definiert. Hier trifft die elektroakustische Musik, die uns mit treibenden Beats zum Mitwippen bringt, auf hypnotisierende Video-Projektionen, die an archaische Bewegtbilder erinnern. Das Besondere? Olaf Bender, besser bekannt als BYETONE, ist nicht nur ein Multimediakünstler, sondern auch ein Musiker und Grafiker aus Chemnitz, der in der elektronischen Musik-Avantgarde zuhause ist. Seine Bühnenarbeiten sind keine bloßen Darbietungen; sie stellen Klang und Bild als eine gemeinsame Struktur dar. Man könnte sagen, hier wird die Bühne zum Experimentierfeld, auf dem die Wahrnehmung des Aufführungsraums selbst hinterfragt wird.
Das Ensemble BORGMANN/HAMDEMIR, bestehend aus Robert Borgmann, einem Theaterregisseur und Elektroakustiker, sowie Bahadır Hamdemir, einem Bauhäusler und Szenographen, bringt frischen Wind in die Theaterszene. Sie sehen die Bühne als Versuchsanordnung, in der die Interaktion zwischen elektroakustischer Partitur und Laserkomposition spannende neue Perspektiven eröffnet. Spannung liegt in der Luft, wenn Raum-Klang und Klang-Raum miteinander spielen, während Licht und Raum sich ineinander überführen. Eine wahrlich beeindruckende Symbiose, die akustische und visuelle Ordnungen schafft, die uns als Zuschauer in eine neue Wahrnehmungsarchitektur eintauchen lässt.
Die Welt der elektroakustischen Musik
Doch das ist nicht alles, was die Welt der elektroakustischen Musik zu bieten hat. An der Hochschule für Künste Bremen beispielsweise wird der kreative Prozess in einem Studio für elektroakustische Musik gefördert, das als zentraler Unterrichtsraum für Komposition und Realisation dient. Hier können Studierende in Einzelunterricht und Seminaren die Grundlagen der Audiotechnik und Audioprogrammierung erlernen. Workshops und Gastvorträge bereichern das Programm und machen das Studio zu einem lebendigen Ort des Austauschs. Die Studierenden nutzen die Ausstattung, um Werke mit elektroakustischen Mitteln zu entwickeln – sei es akusmatische Musik oder audiovisuelle Projekte. Ein 3D-Lautsprecher-Setup (9.1.4) steht dabei zur Verfügung und bietet eine ganz neue Dimension für Klangerlebnisse.
Mit einem klaren Fokus auf die Verbindung zwischen Theorie und Praxis wird das Studio zum kreativen Schmelztiegel, in dem elektroakustische Konzerte und Veranstaltungen des Atelier Neue Musik vorbereitet werden. Die Studierenden haben die Möglichkeit, sowohl fixierte Medien als auch interaktive Arbeiten zu entwickeln und dabei die spannende Symbiose von instrumentalen und vokalen Werken mit Live-Elektronik zu erkunden. Man kann sich das lebhafte Treiben in diesem kreativen Raum gut vorstellen!
Einblicke in die Klangforschung
Ein weiteres interessantes Projekt findet an der Universität der Künste in Berlin statt – das UNI.K-Studio. Hier wird elektroakustische Komposition, Klangkunst und Klangforschung auf eine ganz besondere Weise miteinander verknüpft. Das Studio fungiert als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Theorie und künstlerischer Produktion und fordert die kreative Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Die Reflexion über die Wechselbeziehungen zwischen dem künstlerischen Schaffensprozess und der Wahrnehmung steht im Mittelpunkt.
In diesem Raum, der auf die Erkundung audiovisueller Aufnahme-, Transformations- und Wiedergabesysteme ausgelegt ist, können sich Künstler und Wissenschaftler auf eine transdisziplinäre Reise begeben. Die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Disziplinen – von der Ästhetik bis zur Musikwissenschaft – prägen die Produktionsprozesse und bieten einen fruchtbaren Boden für innovative Ideen. Auch hier wird die Wahrnehmung nicht nur als gegeben hingenommen, sondern aktiv hinterfragt und neu gestaltet.
Insgesamt zeigt sich, dass die Welt der elektroakustischen Musik weit über die herkömmlichen Grenzen hinausgeht. Sie ist ein lebendiger Raum der Möglichkeiten, der uns immer wieder zum Staunen bringt und die Sinne auf eine ganz neue Weise anspricht. Die Verschmelzung von Klang und Bild in Cottbus ist nur ein Beispiel dafür, wie aufregend und vielseitig diese Kunstform ist. Also, wer es bis zum Konzert schafft, darf sich auf ein Erlebnis freuen, das garantiert in Erinnerung bleibt.