Am 1. Mai, einem Tag, der für viele mit fröhlichen Ausflügen und dem ersten richtig schönen Wetter verbunden ist, kam es in Lübbenau zu einem bedauerlichen Vorfall. Ein achtjähriger Junge, der nichtsahnend auf dem Leiper Weg unterwegs war, wurde gegen 15:45 Uhr von einem E-Bike-Fahrer erfasst. Der Junge hatte plötzlich die Straße überquert, und es kam zu einem Zusammenstoß, der ihn glücklicherweise nur leicht verletzte. Nach dem Unfall wurde er zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht – eine schockierende Erfahrung für ihn und seine Familie.
Der E-Bike-Fahrer hingegen verließ die Unfallstelle, ohne seine Personalien zu hinterlassen. Das lässt einem schon die Frage aufkommen, was in solchen Momenten in den Köpfen der Beteiligten vor sich geht. Die Kriminalpolizei hat bereits Ermittlungen zum Unfallhergang eingeleitet und sucht nun Zeugen, die möglicherweise etwas zur Identität des Fahrers beitragen können. Hinweise können direkt an die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße gegeben werden. Wer etwas gesehen hat, sollte sich unbedingt melden!
Die wachsende Beliebtheit von E-Bikes
E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Zahlen sprechen für sich: Laut dem ADAC hat sich die Zahl der Pedelec-Unfälle seit 2014 verzehnfacht. Im Jahr 2023 verletzten sich über 23.000 Menschen bei Unfällen, und tragischerweise verloren 188 Pedelec-Nutzer ihr Leben. Im Jahr 2014 waren es noch rund 2.200 verletzte Personen und 39 Verunglückte. Man kann schon sagen, dass E-Bikes mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. 2022 hatten etwa 15,5 % der Haushalte in Deutschland mindestens ein Pedelec – 2014 waren es nur 3,4 %! Das zeigt, dass viele Menschen die Vorteile schätzen, die diese modernen Fahrräder bieten, wie die Möglichkeit, längere Strecken einfacher zurückzulegen.
Allerdings bringt diese Entwicklung auch Risiken mit sich. Die Unfallzahlen steigen, und das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, erhöht sich. Besonders auffällig ist, dass der Anteil der verunglückten Pedelec-Nutzer unter 45 Jahren von rund 10 % im Jahr 2014 auf fast 33 % im Jahr 2023 gestiegen ist. Es ist eine Entwicklung, die zum Nachdenken anregt. Der ADAC hält Pedelecs zwar nicht für gefährlicher als normale Fahrräder, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Das muss uns allen zu denken geben.
Ein besorgniserregender Trend
Ein weiterer Aspekt, der nicht ignoriert werden sollte, ist der Anstieg der getöteten Radfahrenden. Im Jahr 2025 gab es einen Anstieg um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr, insgesamt starben 462 Radfahrerinnen und -fahrer bei Unfällen. Davon waren 217 Pedelec-Nutzer. Ein besorgniserregender Trend! Wenn wir uns die Statistiken anschauen, wird deutlich, dass über 61 % der tödlich verunglückten Radfahrenden 65 Jahre oder älter waren. Das zeigt, dass besonders ältere Menschen in Gefahr sind, wenn sie auf die Straße gehen.
Es ist auffällig, dass viele dieser Unfälle nicht alleine passierten. Bei 66,5 % der Fahrradunfälle mit Personenschaden waren andere Verkehrsteilnehmende beteiligt – und in 69,8 % der Fälle handelte es sich dabei um Autofahrer. Auch das lässt einen nicht kalt. Radfahrende tragen in vielen Fällen eine Teilschuld, sei es bei Kollisionen mit Fußgängern oder sogar mit anderen Radfahrenden. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Radfahrenden, sondern auch bei den anderen Verkehrsteilnehmenden.
Hier in Oberspreewald-Lausitz sollten wir uns bewusst machen, wie wichtig es ist, aufeinander Acht zu geben. Ob beim Radfahren oder Autofahren – gegenseitige Rücksichtnahme kann Leben retten. Und gerade in solch tragischen Fällen, wie dem in Lübbenau, wird uns das einmal mehr vor Augen geführt.