Ein Stück Gold aus der Vergangenheit: Die schillernden Geschichten von Johann Hektor von Klettenberg im Museum Senftenberg
Heute ist der 30.06.2026, und die Vorfreude auf die Erlebnisführungen im Museum Schloss und Festung Senftenberg ist bei Geschichtsinteressierten groß. Am 08. Juli und 05. August 2026 wird es dort spannend, denn dann schlüpft Monika Auer in die Rolle von Madame Johanne Eleonore Sophie von Klettenberg. Wer gedacht hat, dass Geschichte trocken und langweilig ist, wird sich hier eines Besseren belehren lassen. Die Führung beginnt um 16 Uhr und gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben von Johann Hektor von Klettenberg, einem Mann, der mit seinen goldenen Versprechungen nicht nur den sächsischen Kurfürsten August den Starken hinters Licht führte, sondern auch eine ganze Zeitperiode prägte.
Geboren 1684 in Frankfurt am Main, stammt Klettenberg aus einer angesehenen Familie. Als Freiherr war er nicht nur Teil des Adels, sondern auch ein gewiefter Alchemist – oder besser gesagt, Hochstapler. Sein Weg führte ihn über Weimar, wo er als Baron von Wildeck auftrat, und schließlich zum Hof von August dem Starken. Dort hatte er die schützende Hand des Königs, bis seine goldenen Versprechungen, die er mit einer solchen Überzeugung vortrug, in den Sand verliefen. Die Schulden beim König stiegen auf 24.000 Taler, ohne dass er auch nur einen Funken Gold zustande brachte. Ein bisschen wie ein Zauberer ohne Zaubertricks – irgendwie traurig und faszinierend zugleich.
Eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert
Die Erlebnisführungen bieten nicht nur spannende Geschichten über Klettenbergs schillerndes Leben, sondern entführen die Besucher auch ins Stadtleben des 18. Jahrhunderts. Man kann sich das ganz gut vorstellen: Die Straßen waren voll von Menschen, das Geschrei der Händler, der Duft von frisch gebackenem Brot und das Geplätscher des Wassers in den Brunnen – eine lebendige Szenerie, die zum Träumen einlädt. Klettenberg selbst lebte in Senftenberg, wo er als Amtshauptmann tätig war und mit seiner zweiten Ehefrau einen turbulenten Alltag führte, der, wie wir wissen, nicht immer im Glanz des Goldes erstrahlte. Diese Kombination aus Glanz und Elend macht die Geschichten so lebendig.
Es ist wichtig, die Tickets frühzeitig zu sichern, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Preise sind mit 12 Euro regulär, 10,50 Euro ermäßigt und für Kinder sogar nur 4 Euro mehr als fair. Wer sichergehen möchte, dass er keinen der begehrten Plätze verpasst, sollte entweder im Museumshop online zuschlagen oder direkt an der Kasse vorbeischauen. Der Pressekontakt, für die ganz Neugierigen, ist Jenny Linke – sie kann sicherlich noch viele weitere spannende Informationen geben.
Klettenbergs Ende und sein Vermächtnis
Der Verlauf von Klettenbergs Leben ist tragisch. Nach vielen Intrigen und den Fluchtversuchen endete er 1720 auf der Festung Königstein, wo er enthauptet wurde. Ein Gedenkstein an der Königsnase erinnert an sein Ende. Komischerweise hat seine Nichte, Susanne von Klettenberg, den Spagat zwischen Alchemie und Pietismus gemeistert und war mit Größen wie Johann Wolfgang von Goethe befreundet. Das zeigt, wie verwoben die Geschichten sind – ein Netz aus Schicksalen, das bis heute nachwirkt.
Die Erlebnisführungen im Schloss bieten eine hervorragende Möglichkeit, mehr über historische Figuren wie Klettenberg zu lernen, die trotz ihrer Misserfolge und Skandale die Menschen ihrer Zeit fasziniert haben. Wer weiß, vielleicht findet man bei dieser Zeitreise auch ein Stückchen Gold in den Geschichten, das nicht aus Metall, sondern aus der Faszination für vergangene Zeiten besteht.
