In Gahry, einem kleinen Ort im Landkreis Spree-Neiße, wurde kürzlich ein Stück Handwerkstradition lebendig: Die Tischlerei Holz-Fuchs Woidtow-Holzbau GmbH wurde von der Handwerkskammer Cottbus ausgezeichnet. Dabei ist es nicht nur irgendeine Auszeichnung – Wilfried Woidtow erhielt den Platin-Meisterbrief für bemerkenswerte 70 Jahre als Tischlermeister. Sein Sohn Dietmar Woidtow wurde mit dem Goldenen Meisterbrief für 50 Jahre als Tischlermeister geehrt. Das ist eine echte Leistung, die die Geschichte dieses Familienbetriebs würdigt, der bereits seit 1933 besteht – das ist fast ein ganzes Jahrhundert!

Die Tischlerei, gegründet von Willi Woidtow am 1. April 1933, hat sich auf individuell gefertigte Wintergärten, Terrassenüberdachungen, Saunaanlagen und Massivholztüren spezialisiert. Wilfried übernahm den Betrieb 1949 und legte 1956 seine Meisterprüfung ab. Dietmar folgte ihm und bestand 1975 seine Prüfung, bevor er 1990 ein eigenes Unternehmen gründete, das schließlich zur heutigen Tischlerei wurde. Es ist faszinierend, wie sich das Handwerk über Generationen entwickelt hat und doch immer noch in den Händen der Familie bleibt.

Tradition und Innovation

Ein besonderer Aspekt der Tischlerei ist ihr Grundsatz „Qualität statt Massenware“, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Die Woidtows haben sich dem Handwerk mit Leidenschaft verschrieben und setzen auf individuelle Lösungen. So werden auch Blockbohlensaunen nach finnischem Vorbild angefertigt – ein echter Blickfang in jedem Garten. Wilfried und Dietmar Woidtow sind nicht allein: Robert Woidtow, der Enkel von Wilfried, führt nun die dritte Meistergeneration des Unternehmens. Es ist, als würde die Tradition durch die Hände der nächsten Generation weitergeführt.

Doch die Erfolgsgeschichte endet hier nicht. 1990 stieg Sohn Axel Woidtow in die Firma ein und gründete die GbR W. Woidtow & Sohn. Seit 2005 ist er alleiniger Inhaber und hat das Unternehmen weiter modernisiert. Die Herstellung von Fenstern, Haustüren, Wintergärten und Vordächern aus Kunststoff ist nur ein Teil des Angebots. Neu im Sortiment sind auch Brand- und Rauchschutzelemente, für deren Abnahme die Firma qualifiziert ist. Damit sind sie bestens für die Zukunft aufgestellt.

Ein Blick in die Geschichte des Tischlerhandwerks

Das Tischlerhandwerk hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Damals spaltete sich die Tischlerei von der Zimmerei ab und entwickelte sich zu einem eigenständigen Beruf. Zünfte entstanden, die Tischler organisierten und schützten. In ländlichen Gebieten wurde das Handwerk erst in der Frühen Neuzeit wirklich populär. Die Anforderungen an die Zunftmitglieder waren hoch – eheliche Geburt und guter Leumund waren Voraussetzung. Geheime Zeremonien und die „Hobelpredigt“ durch einen Altgesellen gehörten zu den Traditionen dieser Zeit.

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Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Tischlerhandwerk immer wieder gewandelt. Die Industrialisierung brachte Maschinen, die die Produktion revolutionierten. Dennoch blieben viele Tischler Meister ihres Fachs, die mit viel Geschick und Liebe zum Detail arbeiteten. Auch heute noch – wie die Woidtows zeigen – bleibt das Handwerk ein wichtiger Bestandteil der Kultur und des Lebens. Die Auszeichnungen, die Wilfried und Dietmar Woidtow erhalten haben, sind nicht nur eine Ehrung für ihre Lebensleistung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass traditionelles Handwerk in der modernen Welt weiterhin seinen Platz hat.

Die Auszeichnungen wurden übrigens von Guntram Bialas und Sylke Radke überreicht – ein schöner Moment für die Woidtows, der die harte Arbeit der letzten Jahrzehnte würdigte. Wenn man in die Gesichter der geehrten Meister blickt, sieht man die Freude, aber auch die Dankbarkeit für die vielen Jahre, in denen sie mit Holz gearbeitet haben. Und das ist noch längst nicht das Ende der Geschichte – das Handwerk lebt weiter, in den Händen der nächsten Generation.