Schätze aus der Tiefe: Eine sowjetische Kanone erzählt Geschichte in Forst
Heute ist der 17.06.2026, und in Forst (Lausitz) gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Vergangenheit! Am Dienstag hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst eine sowjetische Kanone aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Neiße geborgen. Hierbei handelt es sich um ein Infanteriegeschütz Modell M1943 mit einem Kaliber von 76 Millimetern, das bei Gewässerpflegearbeiten rund 20 Kilometer östlich von Cottbus entdeckt wurde. Wer hätte gedacht, dass sich unter dem Wasser solch ein Stück Geschichte verbirgt?
Die Bergung war eine echte Herausforderung. Tauchern gelang es, die Kanone zunächst von Sand und Schlick zu befreien, bevor ein Kran das beeindruckende Relikt aus dem Fluss hob. Der Zustand der Kanone ist bemerkenswert gut – trotz einer dicken Rostschicht scheinen selbst die Räder noch funktionstüchtig zu sein. Dabei wurde sie in den letzten Kriegsjahren gegen Nazi-Deutschland eingesetzt und diente der Roten Armee zum Beschuss von Feldbefestigungen und ungepanzerten Zielen. Laut Experten handelt es sich um ein echtes Wunder, dass dieses Stück aus der Geschichte noch so gut erhalten ist!
Ein Blick in die Vergangenheit
Insgesamt wurden rund 5.122 Stück dieser Kanone produziert, bevor die Sowjetunion die Produktion mit dem Kriegsende einstellte – die Reichweite und Durchschlagskraft wurden als unzureichend empfunden. Im Raum Forst kam es 1945 zu heftigen Kämpfen zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht. Die Stadt Forst wurde damals fast vollständig zerstört. Es ist schon faszinierend, wie die Geschichte sich wieder zurückmeldet, wenn solche Relikte aus dem Boden, oder besser gesagt aus dem Wasser, geholt werden.
Die Bergung der Kanone hat einmal mehr gezeigt, dass in Deutschland regelmäßig Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen werden. Erst vor kurzem wurde ein Sturmgeschütz in Nordholz entdeckt, das ebenfalls in einem erstaunlich guten Zustand war. Man fragt sich oft, wie viele Geschichten in der Erde oder im Wasser verborgen sind. Man könnte fast meinen, die Vergangenheit möchte erzählt werden!
Ein geschichtsträchtiger Ort
Forst ist nicht nur geografisch an einer interessanten Stelle gelegen, sondern auch geschichtlich von großer Bedeutung. Die schweren Kämpfe, die hier stattfanden, haben tiefe Spuren hinterlassen. Wenn man durch die Stadt schlendert, kann man fast die Geister der Vergangenheit spüren. Die Bergung dieser Kanone ist nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte zu bewahren. Jedes Relikt erzählt eine Geschichte und öffnet Fenster zu einer Zeit, die für viele von uns nur aus Geschichtsbüchern bekannt ist.
So wird die Kanone, die nun gesichert und abtransportiert wurde, nicht nur als historisches Artefakt betrachtet, sondern auch als Mahnmal, das uns an die Schrecken des Krieges erinnert. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten und darüber nachzudenken, was solche Relikte für unsere Identität und unser kollektives Gedächtnis bedeuten. Wer weiß, was noch alles in der Neiße verborgen liegt, und welche Geschichten noch darauf warten, entdeckt zu werden?
