In den letzten Wochen hat Brandenburg Schlagzeilen gemacht, und das nicht nur wegen seiner malerischen Landschaften. Ein besorgniserregender Trend zeichnet sich ab: Viehdiebstähle im Süden des Bundeslandes nehmen zu. Am 12. Mai wurde die Polizei in Grano (Spree-Neiße) alarmiert, nachdem ein Landwirt den Verlust von 32 jungen Rindern, im Alter von 12 bis 24 Monaten, festgestellt hatte. Das Ganze geschah nicht im Verborgenen – die Spuren eines Lastwagens waren deutlich sichtbar. Ein krasser wirtschaftlicher Schaden, der in den sechsstelligen Bereich geht, ist die bittere Folge. Der Landwirt steht in engem Kontakt mit der Polizei und seiner Versicherung, während die Kriminalpolizei bereits nach Spurensicherung die Ermittlungen aufgenommen hat.

Doch dieser Vorfall ist nur die Spitze des Eisbergs. Bereits wenige Tage zuvor, am 8. Mai, wurden in Raddusch (Oberspreewald-Lausitz) 48 Rinder, darunter Mutterkühe und Kälber im Alter von 6 bis 10 Monaten, entwendet. Dies war nicht der erste Diebstahl in dieser Region. Der erste Vorfall ereignete sich um den 21. April in Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster-Kreis), wo ganze 70 Rinder spurlos verschwunden sind. Zeugen, die den Diebstahl beobachteten, alarmierten die Polizei, und auch hier wurden Spuren eines Lastwagens gesichert. Das sind insgesamt schon 150 Rinder, die einfach weg sind!

Die Polizei schlägt Alarm

Die Situation ist ernst. Innenminister Redmann hat auf verstärkte Kontrollen von Tiertransporten hingewiesen, besonders in den frühen Morgenstunden und nachts. Das ist der Zeitraum, in dem die Täter oft zuschlagen. „Die größte Chance, die Täter zu fassen, liegt beim Transport gestohlener Tiere“, so Redmann. Doch die Realität sieht anders aus. Flächendeckende Überwachung des ländlichen Raums ist schlichtweg unmöglich. Brandenburg ist groß, und die Tatorte verteilen sich über mehrere tausend Quadratkilometer. Es ist einfach unrealistisch, vor jeder Koppel einen Streifenwagen zu parken.

Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Verdächtige Fahrzeuge oder ungewöhnliche Beobachtungen an Weiden sollten unbedingt gemeldet werden. Immerhin könnte ein kleiner Tipp den entscheidenden Unterschied machen. Wer weiß, vielleicht hat jemand in der Nachbarschaft etwas Verdächtiges bemerkt?

Tierschutz im Fokus

Die Hintergründe dieser Diebstähle sind vielschichtig. Ein Antragsteller hat sogar eine Anfrage nach den Tierschutzstatistiken gestellt, um Licht ins Dunkel zu bringen. Daten über Tierdiebstähle, tierquälerisches Verhalten und Tierschutzverstöße in landwirtschaftlichen Betrieben sind von großem Interesse. Aber das Statistische Bundesamt hat festgestellt, dass spezifische Daten zu Tierschutzverstößen oder Diebstählen in den Rechtspflegestatistiken nicht erfasst werden. Das bedeutet, dass es an Transparenz mangelt, wenn es um die Dunkelziffer solcher Vergehen geht.

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Die Auswirkungen der Diebstähle sind nicht nur finanzieller Natur. Sie betreffen das Vertrauen der Landwirte in die Sicherheit ihrer Betriebe und ihre Tiere. Ein Gefühl der Unsicherheit breitet sich aus, das sich nicht nur auf die eigene Weide beschränkt. Die Frage bleibt: Wie können wir uns und die Tiere besser schützen? Die Diskussion über Tierschutz und Sicherheit in der Landwirtschaft ist aktueller denn je.