Der Sommer steht vor der Tür, und mit ihm eine aufregende Herausforderung für einen besonderen Mann aus Bremen. Pawel Nowak, ein engagierter Pastor und leidenschaftlicher Radfahrer, wird im Juni am legendären Race Across America teilnehmen. Dieses Rennen ist nicht für schwache Nerven – es führt über mehr als 4.800 Kilometer von der Westküste in Oceanside bis zur Ostküste nach Atlantic City. Wer glaubt, dass das eine einfache Radtour ist, der irrt sich gewaltig. Die Athleten müssen dabei unglaubliche 50.000 Höhenmeter überwinden und haben dafür knapp zwölf Tage Zeit, was einem Schnitt von etwa 400 Kilometern pro Tag entspricht. Ein ganz schön straffes Programm, das viel Vorbereitung und Ausdauer erfordert!
Der Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde in Bremen-Grohn hat sich auf diese Herausforderung seit Jahren vorbereitet. Mit einem mix aus Vorfreude, Respekt und ein bisschen Nervosität blickt er auf das bevorstehende Event. Wenn man ihn fragt, verbindet er seinen Glauben ganz bewusst mit dem Sport. Während seiner Trainingsfahrten, vor allem auf der Strecke vom Lesumsperrwerk zur Moorlosen Kirche, hat er bereits 300 Kilometer am Stück zurückgelegt. Diese Strecken sind nicht nur für ihn eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine Art Pilgerreise, die ihn spirituell bereichert.
Ein Leben auf zwei Rädern
Seine Leidenschaft für das Radfahren begann erst nach seiner Priesterweihe im Jahr 2010, als er sich auf eine Pilgerfahrt durch Polen begab. Seitdem hat er sich in der Welt des Ultra-Cyclings einen Namen gemacht. Ein bemerkenswerter Moment war, als er 2023 eine „Everesting“-Challenge in Polen für ein kranke Kind absolvierte – eine unglaubliche Leistung, die zeigt, wie sehr ihm die Unterstützung von Kindern am Herzen liegt. Auch seine kürzliche Teilnahme am Race Around Austria, wo er in 4 Tagen, 19 Stunden und 41 Minuten den siebten Platz belegte, hat ihm die Qualifikation für das Race Across America eingebracht.
Mit einem siebenköpfigen Team an seiner Seite hat Nowak für die Teilnahme Urlaub genommen, und die Kosten für das Abenteuer belaufen sich auf stolze 50.000 Euro. Doch das ist ihm der Einsatz wert, denn während des Rennens sammelt er Spenden für das Zentrum für trauernde Kinder. Es ist eine doppelte Motivation für ihn – die körperliche Herausforderung und die Möglichkeit, Gutes zu tun. Er selbst beschreibt, dass die Ultracycling-Erfahrungen ihm Geduld und Organisation abverlangen, Fähigkeiten, die ihm auch in seiner Arbeit als Priester zugutekommen.
Ein Blick in die Geschichte des Radsports
Der Radsport hat eine faszinierende Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und sich von einfachen Fahrrädern zur beliebten Sportart entwickelt hat, die wir heute kennen. Von der ersten Laufmaschine, die Karl von Drais 1817 erfand, bis hin zu den heutigen technologischen Innovationen – der Radsport hat sich ständig weiterentwickelt. Die erste offizielle Tour de France im Jahr 1903 gilt als Meilenstein und hat Generationen inspiriert. Und jetzt, fast 120 Jahre später, steht ein Priester aus Bremen bereit, um sich einer der härtesten Herausforderungen zu stellen.
Das Wachstum des Radsports und das Bewusstsein für nachhaltige Mobilität haben auch dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen die Freude am Radfahren entdecken. Ob beim Wettkampf oder als Freizeitbeschäftigung, das Radfahren hat nicht nur sportliche, sondern auch soziale Auswirkungen. Es bringt Menschen zusammen und fördert ein Gefühl der Gemeinschaft, etwas, das auch Nowak in seiner Arbeit als Pastor spürt.