Vandalismus im Spreewald: Wenn Sportplätze zu Trümmern werden
In den letzten Wochen schlägt die Welle des Vandalismus in Lübben und Lübbenau hohe Wellen. Besonders betroffen sind die öffentlichen Sportplätze, die eigentlich Orte der Freude und des Miteinanders sein sollten. Der SoccerGround an der Berliner Chaussee in Lübben ist so stark beschädigt, dass er abgebaut werden muss – ein echter Schock für die Kinder und Jugendlichen, die diesen Platz als ihren Rückzugsort genutzt haben. Bürgermeister Jens Richter ist sichtlich enttäuscht über die Zerstörung und sieht darin einen Angriff auf die Gemeinschaft und ihre Traditionen.
Die Stadt hat bereits Anzeige erstattet und spricht von Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro. Immer wieder kommt es zu mutwilligen Beschädigungen an solchen Orten. Ein trauriges Bild, wenn man bedenkt, dass der SoccerGround ein frei zugänglicher Platz für die Jugend war, wo sie sich austoben und sportliche Aktivitäten ausleben konnten. Als Ausweichmöglichkeit steht nun der Polytanplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zur Verfügung – allerdings nur zu festen Öffnungszeiten, nämlich montags, dienstags, donnerstags und freitags von 15:00 bis 20:00 Uhr.
Ein weiterer trauriger Vorfall
Besonders bitter ist die vorübergehende Schließung des Minispielfelds an der Werner-Seelenbinder-Grundschule in Lübbenau, die ebenfalls aufgrund von Vandalismus nötig wurde. Hier wurde das Schließsystem beschädigt und der Platz ist bis zum 7. Juni 2026 nicht zugänglich. Komischerweise scheinen die Täter über Fachkenntnisse zu verfügen, was Gastronom Andreas Biedenweg vermutet. Er sieht die Zerstörung als unglücklichen Vorfall, besonders nach zehn Jahren ohne nennenswerte Probleme.
Der Vandalismus hat in den letzten Wochen im Spreewald eine bedenkliche Dimension angenommen. Man spricht nicht nur von beschädigten Sportplätzen, sondern auch von der absichtlichen Zerstörung eines Maibaums, der für das Maifest, das heuer zum zehnten Mal stattfand, eigens finanziert worden war. Am Morgen des 1. Mai wurde der Baum auf dem Lübbener Marktplatz gefunden – die Täter sind unbekannt geblieben. Solche Taten sind nicht nur Sachbeschädigungen; sie treffen die Gemeinschaft ins Herz.
Ein Blick auf die Hintergründe
Vandalismus ist kein klar umrissener Straftatbestand, sondern äußert sich in vielen Formen, von zerstörten Schaufenstern bis hin zu besprühten Wänden. Oft stehen Kinder und Jugendliche unter Tatverdacht – und das nicht ohne Grund. Gruppenzwang und Alkohol können unkontrolliertes Verhalten fördern und führen manchmal zu solch unsinnigen Taten. Die Frage, die bleibt, ist: Was treibt diese jungen Menschen dazu, sich gegen Gemeinschaftswerte zu richten?
Die Stadt hat nun die Aufgabe, nicht nur die finanziellen Schäden zu beheben, sondern auch die Ursachen für solches Verhalten zu ergründen und anzugehen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Aufklärung und einer notwendigen Reaktion auf solche Vorfälle. Denn letztlich sind es die Gemeinschaft und die Traditionen, die unter dieser Zerstörungswut leiden.
